Zur CeBIT-Eröffnung erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel die elektronische Gesundheitskarte zum technologischen Paradebeispiel des modernen Staates: "Sie wird die Kommunikation zwischen den medizinischen Einrichtungen schneller und sicherer machen und damit die Effizienz im Gesundheitswesen erhöhen". Doch ob, wie von Merkel behauptet, schon in diesem Jahr mit den praktischen Tests begonnen werden kann, wird von einigen Akteuren bezweifelt. So erklärte Ralf Sjuts, Vorstandschef der Deutschen Betriebskrankenkassen in einem dpa-Gespräch, dass noch mehr Zeit ins Land gehen werde, ehe die Tests wirklich stattfinden. Dabei zeigten sich die Testregionen am samstäglichen "CeBIT-Gesundheitstag" des eGovernment-Forums durchaus bereit, sofort weiterzumachen mit ihren ohnehin angelaufenen Tests. "Bei uns herrscht eine gewisse Ungeduld", erklärte etwa Hellmuth Körner, Staatsekretär im schleswig-holsteinischen Gesundheitsministerium, "verglichen mit unseren Nachbarn in Dänemark und Schweden hinken wir weit hinterher". In Flensburg und Umgebung sind bereits 1200 Gesundheitskarten in "Betrieb", arbeiten 18 Apotheken, 40 Arztpraxen und 2 Krankenhäuser mit einer fast kompatiblen Pilotkarte.