Gnadentaler Unternehmer-Tisch
Anfänge von E-Government kann der Bürger bereits nutzen. Öffnungszeiten zu erfahren oder Formulare bequem von zuhause aus herunterladen zu können gehören dazu. Für private Unternehmen, gerade aus dem Mittelstand bietet die vernetzte Verwaltung einen ungeheuren Zeitgewinn. Bauanträge können zum Beispiel über das Internet beantragt werden und dann von mehreren Mitarbeitern der Verwaltung gleichzeitig bearbeitet werden. Das spart Zeit und Geld.
Auch die Vergabe von öffentlichen Ausschreibungen soll zunehmend über virtuelle Plattformen im Netz erfolgen. Grund genug für den Gnadentaler Unternehmer-Tisch (GUT), einen Treff des Neusser Mittelstandes, sich auf Gut Gnadental sich über Möglichkeiten, Entwicklung und Chancen auf diesem Gebiet zu informieren.
Als Referentin konnte die Bundestagsabgeordnete Dr. Martina Krogmann gewonnen werden. Die Internetfachfrau der CDU/CSU-Fraktion ist stellvertretende Vorsitzende im Unterausschuss Neue Medien des Deutschen Bundestages. Daher kennt sie die Tücken und Möglichkeiten des digitalen Netzes auf Verwaltungsebene. Gemeinsam mit Landrat Dieter Patt eröffnete der CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Gröhe die Veranstaltung.
Eines macht Dr. Martina Krogmann direkt zu Beginn deutlich: Deutschland ist im europäischen und internationalem Vergleich im hinteren Mittelfeld zu finden. International liegt das bundesdeutsche Verwaltungsangebot im Netz auf Platz 44, noch hinter Tunesien. Deutschland muß aufholen, erklärt Dr. Krogmann.
Zu diesem Zweck haben sich die Initiativen DeutschlandOnline und BundOnline gegründet. Allerdings gibt es einige Probleme bei der Umsetzung. Der Förderalismus der Bundesrepublik erweist sich als Hemmschuh für die digitale Entwicklung. Anders als in Ländern wie Frankreich, Estland oder Schweden wo der Anstoß für die Verwaltung von oben, das heißt von der Bundesebenen kam, haben hier in Deutschland Länder und Kommunen selbstständig und teilweise sehr erfolgreich eigene Lösungen erarbeitet.
Das hat nun zur Folge das eine Vereinheitlichung der 300 unterschiedlichen Softwarelösungen nicht ohne weiters möglich ist. Unterschiedlichste Programmiersprachen und Standarts in den einzelnen Ländern machen Deutschland zu einem digitalen Fleckenteppich, erläutert Dr. Krogmann. Ein ähnliches Problem gibt es bei der digitalen Signatur für Firmen, der Unterschrift im Netz. Auch hier gibt es zuviele verschiedene Standarts.
Autor: Cordula Schmitz
Quelle: Neuß-Grevenbroicher Zeitung, 01.07.2004
