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Thursday, 5.02.2026
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Zuversicht bei Hauptverband | Trotz Klage gegen Entwicklerfirma EDS/ORGA | Auch Übergabe an österreichisches Konsortium möglich Trotz der Probleme und der angekündigten Klage gegen die Betreiberfirma soll der angekündigte Zeitplan zur Einführung der Chipkarte als elektronischer Ersatz des Krankenscheins halten.

"Die Chipkarte wird Ende 2004 im Feld sein", kündigte der Pressesprecher des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Dieter Holzweber, am Mittwoch an. Das bedeutet, dass die "E-Card" zu diesem Zeitpunkt bereits im Echtbetrieb laufen soll, sowohl die Patienten sollen die Karte haben als auch die Ärzte die Lesegeräte.

Sozialminister Herbert Haupt [FPÖ] hatte in der ORF-Sendung "Runder Tisch" erklärt, vom Hauptverband einen Brief erhalten zu haben, wonach die Chipkarte 2004 umgesetzt werde. Zeitgleich will der Vizekanzler auch die neuen Selbstbehalte einführen.

Ob aber bereits alle acht Millionen Österreicher sowie die 13.000 Vertragsärzte Ende 2004 ausgestattet sein werden, ist noch offen, das könnte sich auch noch in das Jahr 2005 hineinziehen. Davor wird es jedenfalls noch einen Probebetrieb in 22 burgenländischen Ordinationen geben.

Einführung der E-Card verzögert sich

Klage gegen EDS/ORGA

Probleme gibt es vor allem mit der Software für die Chipkarte. Der Hauptverband hat deshalb vorige Woche eine Klage gegen die Arbeitsgemeinschaft EDS/ORGA beim Handelsgericht Wien eingebracht.

Begründet wurde das mit den "massiven Verzögerungen" bei der Einführung der E-Card. Der Sprecher der Geschäftsführung des Hauptverbands, Josef Kandlhofer, warf der amerikanisch-deutschen EDS/ORGA vor, "nicht in der Lage gewesen zu sein, auch nur einen einzigen Meilenstein des vereinbarten Projektumfangs zeitgerecht zu erfüllen".

Ursprünglich hätten bereits im Jahr 2002 umfangreiche Systemtests gestartet werden sollen, im Anschluss daran wäre der Probebetrieb vorgesehen gewesen. Der für die Einführung der E-Card vorgesehene Termin Ende 2004 sei angesichts des "Lieferverzugs" der Firma praktisch nicht zu schaffen, hatte Kandlhofer in der Vorwoche noch gemeint. Nun ist man im Hauptverband aber offenbar doch wieder optimistischer.

"Alles ist möglich"

Ob trotz der eingebrachten Klage EDS/ORGA nun doch noch den Auftrag erfüllen wird, "wird sich bald herausstellen", erklärte Holzweber. Auf die Frage, ob vielleicht doch das österreichische Konsortium aus Siemens, Telekom Austria und möglicherweise auch IBM in den Vertrag einsteigen und zumindest die für die Software zuständige US-Firma EDS ersetzen könnte, hieß es nur: "Alles ist möglich." EDS hatte zuletzt erklärt, sich nicht gerichtlich eliminieren lassen und das Projekt auf jeden Fall durchziehen zu wollen.

TA will Projekt "E-Card" retten

Quelle: futureZone

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