Anwendertage spiegeln Stimmungslage zu eGovernment wider; die Zeit drängt - auch die Konkurrenz unter den Kommunen schläft nicht Jeweils zum 21. und 28. November lud PROSOZ Herten seine Online-Kunden zum fachlichen Austausch.
Zunächst wurde jedoch dem schon im vorhinein klar geäußerten Wunsch der Kunden, Entwicklungen und Ausblicke zu ProBÜRGER zu geben, dem in über 70 deutschen Verwaltungen eingesetzten System zur Abbildung des Virtuellen Rathauses, entsprochen. Integration externer Organisationseinheiten (externe Dienstleistungen können bereits im aktuellen Lebenslagen-Konzept angeboten werden), Workflow, Call-Back-Funktion, Plattform-Erweiterung sind nur einige Stichworte. Viele dieser Erwartungen werden z.T. mit der nächsten Version (angekündigt für Februar 2003), spätestens aber in der nächsten Version 5 (geplant für Herbst 2003) ausgeliefert. Sicherlich werden auch noch weitere bisher nicht berücksichtigte Funktionalitäten umgesetzt, die die engagierten Online-Kunden in einer entsprechenden Befragung angeregt haben. Immer getreu dem Motto "aus der Praxis für die Praxis"!
Dies gilt im besonderen Maße für die eGovernment-Lösungen, die PROSOZ Herten für die eigenen Fachverfahren anbietet. Hans-Jürgen Kapsch, ProBAUG-Anwendern bereits als Experte bekannt, stellte die Lösungen aus dem Bereich Bauen vor. Ob die einfache Beantragung einer Werbeanlage oder die Einholung einer Bescheidung durch eine externe Behörde während eines Baugenehmigungsverfahrens; beides sind Lösungen, die online und medienbruchfrei abgewickelt werden können, da in beiden Fällen die Daten aus bzw. in das entsprechende Fachverfahren, in diesem Fall ProBAUG, geschrieben werden. Für Sicherheit sorgen dabei SSL-verschlüsselte Verbindungen, hinsichtlich der rechtlichen Verbindlichkeit wird z.Z. noch die separate Zusendung des papiernen Antrags in Kauf genommen. Die Frage, ob man aber zugunsten einer Digitalen Signatur das Machbare aufschiebt und wartet, bis eine "kritische Masse" bereit ist, eine Signaturkarte zu erwerben, stellt sich in Herten weder für das Software-Haus, noch für dessen Kunden.
Wie praxisnah die bisherigen Entwicklungen sind, bewies auch die spätere Diskussion. Auf die "große Lösung" (welche auch immer das ist) zu warten, kann und will sich heute kaum noch eine moderne Kommune - und erst recht kein Software-Anbieter - mehr leisten. Ganz im Gegenteil: Zum Teil haben zentrale Landesinitiativen für Enttäuschung gesorgt, da in manche Projekte (Media@Komm, Virtuelles Rathaus Hagen) große Fördergelder geflossen sind, die - entgegen der Erwartung - gar nicht, auf gar keinen Fall aber kostenlos für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Diese Frustration wird noch durch die Nichtbeachtung einzelner regionaler Engagements geschürt, die - wenngleich im Nachhinein - durch Portallösungen obsolet erklärt werden.
Die Diskussion ergab, dass es um Mehrwerte geht, die nicht immer in barer Münze messbar sein müssen bzw. können, sondern viel eher in Bezug auf Bearbeitungszeiten und optimierte Kommunikation zwischen den an einzelnen Verwaltungsprozessen Beteiligten (Behörden, Bürgern, Politik, Wirtschaft). Der Druck, den BundOnline 2005 unter den Bundesbehörden auslöst, kommt so langsam auch "unten" an.
Darüber hinaus erlebten die Teilnehmer eine echte Premiere. Bernhard Steffen, technischer Leiter des Bereichs, stellte sein neuestes Redaktionssystem vor, mit welchem z.B. kleinen bis mittleren Kommunen (bis zu 60.000 Einwohnern) ab sofort eine kostengünstige Möglichkeit geboten wird, in dezentraler Pflege ihre gesamte Website zu pflegen. Größere Städte, die - wie auch viele Kunden von PROSOZ Herten - ein Content-Management-System einsetzen, können dieses System nutzen, um so komplexe Einzelthemen (z.B. Ratsinformation, Wirtschaftsförderung, Ortsrecht) feinstrukturiert aufzubereiten. Diese werden - je nach Rechts- und Interessenlage - in einem Arbeitsschritt einem allgemeinen Publikum und gleichzeitig über geschlossene Benutzergruppen einem exklusiven Leserkreis zur Verfügung gestellt. Mailinglisten und die zeitgesteuerte Veröffentlichung sichern dabei die gezielte Informationsweitergabe. Wie bei allen Internet-Produkten wurde auch bei diesem Programm wieder besonderer Wert auf die leichte Bedienbarkeit gelegt. Diese zeichnet sich vor allem durch Features wie WYSIWYG (realisiert durch einen Smart-Editor), Zugriff auf Medienordner aus der Texterstellung heraus und unkomplizierte Referenzierung auf kontextrelevante Dateien oder Sites - um nur einige zu nennen - aus.
Die Lösung stieß sowohl im Zusammenhang mit geplanten Relaunches, als auch bei speziellen Intranet-Anforderungen und den erwähnten Spezialbereichen auf großes Interesse.
Quelle: Prosoz-Pressemittelung vom 05.12.2002
