Today 5250

Yesterday 6396

All 63146740

Saturday, 28.03.2026
Transforming Government since 2001
Empfiehlt ein Report der dänischen Regierung | Neben langfristigen Kostenvorteilen soll der öffentliche Sektor Open Source einsetzen, um den Software-Markt offen zu halten | Und E-Government-Schwellen abzubauen Ein Report zu den Potentialen von Open Source-Software im öffentlichen Sektor, der im Auftrag der dänischen Regierung erstellt wurde, bestätigt einerseits die "üblichen" Argumente der Open Source-Befürworter, geht aber im folgenden noch weit darüber hinaus:

Demnach sollten Regierungen eine aktive Rolle bei der weiteren Etablierung freier Software spielen, um den Software-Markt vor Monopolen zu bewahren und außerdem bei ihren E-Government-Strategien Open Source berücksichtigen, um den allgemeinen Zugang zu Verwaltungs-Informationen nicht von einem oder wenigen kommerziellen Produkten abhängig zu machen.

Dazu wird der dänischen Regierung auch empfohlen, auf europäischer Ebene aktiv zu werden, damit sich die EU-Staaten auf das XML-Format von OpenOffice als Standard für öffentliche Dokumente einigen oder aber selbst ein entsprechendes, offenes XML-Format entwickeln.

Der Report wurde bereits Anfang des Monats auf dänisch veröffentlicht und hat in Dänemark heftige Diskussionen ausgelöst. Letzte Woche wurde auch auf englisch publiziert.

Zusammenfassung des Reports

Knackpunkt Migrationskosten

Daneben stellt der Report auch mögliche Einsparungen durch Open Source im öffentlichen Sektor fest - ein Argument, das in den bisherigen Diskussionen immer im Mittelpunkt stand.

Diese Kostenvorteile im Betrieb, die auch in einer Reihe weiterer Studien festgestellt wurden, dürften allerdings durch die hohen Migrationskosten von kommerziellen Produkten - also in den meisten Fällen Microsofts Windows - zu Open Source zunichte gemacht werden.

So kamen die Marktforscher von Gartner unlängst zu dem Schluss, dass Linux, was die Kosten betrifft, keine effektive Alternative für die meisten Unternehmen darstellt. Bevor ein neues Betriebssystem implementiert wird, sollten Betriebe demnach nicht nur auf die Anschaffungskosten, sondern auch auf die Umstellungskosten und auf die Gesamtkosten ein Auge werfen.

Insbesondere im Desktop-Bereich, wo meistens mehrere Applikationen installiert sind, wird es laut Gartner teuer, denn alle Windows-Anwendungen müssen ausgewechselt oder umgeschrieben werden. Dagegen ist es laut Gartner bei Servern, die nur mit einer bestimmten Aufgabe betraut sind, relativ einfach und billig, auf Linux zu wechseln.

"Migration auf Linux meist zu kostspielig"

Politischer Wille

Der dänische Report kommt allerdings zu dem Schluss, dass den hohen Migrationskosten langfristige Vorteile durch mehr Wettbewerb am Software-Markt und einen unabhängigen E-Government-Betrieb entgegen stehen.

Demnach soll die dänische Regierung nicht nur den Vorbildern aus Deutschland und Großbritannien folgen, die Open Source für den öffentlichen Sektor prinzipiell empfehlen, sondern den Einsatz darüber hinaus forcieren, um die genannten politischen Ziele zu erreichen. Und diese Forcierung soll auch auf europäischer Ebene verfolgt werden.

Die Stadt Wien will bis Mitte 2004 einen Bericht dazu vorlegen, ob der Umstieg auf Linux nach dem Vorbild Münchens empfehlenswert ist.

Stadt Wien prüft Umstieg auf Open Source

München steigt auf Linux um

Quelle: futureZone, 27.10.2003

Go to top