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Saturday, 3.01.2026
Transforming Government since 2001
Das Internet hat auch den Dienstleistungsbereich revolutioniert. Zahlreiche Services, vom Amtsweg bis zum Bankgeschäft, können heute bequem von zuhause aus erledigt werden.

Wenn Christian Rupp, Exekutivsekretär E-Government des Bundes, auf die derzeit stattfindende Revolution im Verwaltungsbereich des Öffentlichen Dienstes zu sprechen kommt, gerät er ins Schwärmen: "Wir befinden uns an der Schwelle zu einem Zeitalter, in dem sich die Öffentliche Verwaltung hin zu einer serviceorientierten Organisation im Dienste des Bürgers entwickelt: flexibel, transparent, kostengünstig und schnell. Seit der josephinischen Verwaltungsreform vor 250 Jahren hat es in diesem Bereich keinen derart markanten Modernisierungsschub mehr gegeben!" In der Tat scheinen Rupps Superlative nicht zu hoch gegriffen, denn worauf er anspielt ist nichts anderes, als die Verlagerung zahlreicher Verwaltungsakte in den elektronischen Raum des Internets - eine Revolution.

Im Dienste des Bürgers

E-Government nennt sich das Ganze und es besteht im Wesentlichen darin, dass es den Bürgern nicht nur lästige Amtswege erspart, sondern ihnen oft auch einen Einblick in den Status laufender Verwaltungsverfahren ermöglicht - per Mausklick und direkt vom gemütlichen Wohnzimmer aus, 24 Stunden lang. Möglich gemacht wurde diese erhebliche Erleichterung in der Interaktion zwischen Bürgern, Unternehmen und Staat durch eine enge Zusammenarbeit mit IT-Dienstleistern wie dem Bundesrechenzentrum oder ANECON Software Design. Letztere hat, um nur ein Beispiel zu nennen, einen Standard für intelligente Online-Formulare entwickelt (AFS), der speziell für den Einsatz im E-Government zugeschnitten ist.

Tatsächlich aber ist die E-Government Offensive, die Bereiche wie das Melderegister, Kindergeld oder die verschiedensten Steuer- und Sozialversicherungsangelegenheiten online verfügbar macht, dabei nur der vorläufige Höhepunkt einer atemberaubenden Entwicklung, die Ende der 60er-Jahre in den USA mit dem Zusammenschluss eines einfachen, militärischen Computernetzwerkes begann (ARPA-Net).

Obwohl dieses Netz bereits Anfang der 70er-Jahre auch für zivile Zwecke geöffnet wurde, dauerte es noch fast zwei Jahrzehnte, bis eine einfach zu bedienende, grafische Benutzeroberfläche erfunden wurde, die dem World Wide Web (WWW) seinen Siegeszug bereitete. Erst damit war die Grundlage geschaffen, auf deren Basis Wissen und Informationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und zahlreiche Services ins Netz verlagert werden konnten.

Rasante Entwicklung

Seitdem gibt es kein Halten mehr. Vom Shopping, dem Briefverkehr, Bankgeschäften, Fortbildung, der Parkraumbewirtschaftung bis hin zu zahlreichen Bürgerbelangen _ es gibt kaum einen Bereich, der heute nicht auch Online oder per Handy abgewickelt werden könnte. "Der Alltagsnutzen des Internet", kommentiert Bertram Barth, Geschäftsführer der INTEGRAL Markt- und Meinungsforschung, "überzeugt immer mehr Anwender _ ob dies nun das Nachschlagen in einem Onlinelexikon ist, die Reservierung von Eintrittskarten oder die Erledigung von Bank- und Steuerangelegenheiten".

Einen weiteren Schub dürfte die Nutzung dieser digitalen Services durch die Einführung der sogenannten "Bürgerkarte" erfahren. Dabei handelt es sich um eine Art elektronischen Ausweis, der Transaktionen im Internet dadurch sicher macht, dass er den Nutzer eindeutig identifiziert. Das Potenzial dazu haben vor allem neue Bankomatkarten, die mit einem Chip ausgestattet sind, der für diese Zwecke nur mehr aktiviert zu werden braucht. "Damit hat Österreich eine weltweite Führungsrolle", kommentiert Finanzstaatssekretär Alfred Finz. "Kein anderes Land hat flächendeckend diese Kombination!

Quelle: Die Presse, 14.03.2005

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