Lange Postwege zwischen den Behörden gehören in Mecklenburg-Vorpommern bald der Vergangenheit an. Gestern fiel der Startschuss für eine Datenautobahn, die den schnellen und unkomplizierten Informationsaustausch gewährleisten soll. Mit dem neuen Netzwerk können künftig unter anderem Bauanträge erheblich schneller bearbeitet werden, weil die Kreisverwaltungen mit den Gemeinden direkt verbunden sind. Auch kann zum Beispiel ein Mitarbeiter der Ordnungsbehörde im Landkreis allein mit einer Computerrecherche überprüfen, ob ein Antragsteller die rechtlichen Voraussetzungen für die Erteilung eines Waffenscheins erfüllt. Dienstwege werden kürzer.
"Die Verwaltung wird effektiver und bürgerfreundlicher", sagte gestern Innenminister Gottfried Timm (SPD) bei der Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung zwischen der Landesregierung und den kommunalen Spitzenverbänden. Diese Vereinbarung sieht vor, die verschiedenen Systeme so aufeinander abzustimmen, dass die übergreifende Bearbeitung auf elektronischem Wege möglich ist.
Für das gemeinsame Verwaltungsnetz, das von einer Tochterfirma des landeseigenen Datenverarbeitungszentrums betrieben wird, stellt die Landesregierung 270000 Euro zur Verfügung. Die Kosten für das Netz wurden mit 1,2 Millionen Euro angegeben. Um die Ausgaben für die Kommunen bei den Anschlüssen so gering wie möglich zu halten, forderte der Städte- und Gemeindetag, die Schnittstellen im Netz mit möglichst vielen Anwendungsprogrammen kompatibel zu gestalten.
Der Vorsitzende des kommunalen Spitzenverbandes, Teterows Bürgermeister Reinhard Dettmann (parteilos), sagte, die elektronische Verwaltung werde in naher Zukunft den Bürgern direkt zugute kommen. Es sei das politische Ziel, so Timm, bis zum Jahr 2006 das sogenannte E-Government soweit zu entwickleln, dass überall im Land den Bürgern Behördenleistungen über Internet angeboten werden. Vorerst sei dies allerdings nur im begrenzten Umfang in wenigen Kommunen möglich.
Quelle: SVZ Online, 25.10.2003
