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Monday, 19.01.2026
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Kommissare stellen Marktversagen fest

Die EU-Kommission will Breitbandzugänge auf dem Land subventionieren. Die Zugänge dürften nicht auf die großen Städte beschränkt bleiben, erklärte Viviane Reding, EU-Kommissarin für die Informationsgesellschaft, heute in Brüssel. "Wenn die EU und ihre 25 Mitgliedstaaten alle politischen Instrumente geschickt nutzen, dann wird Breitband für alle Europäer bis 2010 sicher kein Traum bleiben. Aber wir müssen jetzt handeln."

Die Einführung von Breitband könne durch das Versagen des Marktes in ländlichen und abgelegenen Gebieten behindert werden. In solchen Fällen böten sich gezielte staatliche Beihilfen an, zum Beispiel in Form öffentlich-privater Partnerschaften zur Unterstützung des Aufbaus offener Netze.

Die EU finanziere bereits Projekte im Rahmen der LEADER-Initiative, und zwar von Nordschottland bis Südspanien. Der Fonds für die ländliche Entwicklung verfügt für 2007 bis 2013 über Mittel in Höhe von 70 Milliarden Euro, wozu noch die Mittel der Mitgliedstaaten hinzukommen. Mariann Fischer Boel, die für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständige EU-Kommissarin, betonte: "Ich fordere die Mitgliedstaaten dringend auf, in ihren eigenen Strategien für die ländliche Entwicklung das Breitband-Potenzial anzuzapfen."

Die Breitband-Anschlussrate Ende 2005 wird auf 13 Prozent der Bevölkerung oder rund 25 Prozent aller Haushalte geschätzt, so dass es nun in der EU beinahe 60 Millionen Anschlüsse gibt. 2005 hatten etwa 60 Prozent aller Unternehmen und Haushalte in den abgelegenen und ländlichen Gebieten der EU - und mehr als 90 Prozent in den städtischen Gebieten - die Wahl, sich für Breitband zu entscheiden; In den neuen Mitgliedstaaten ist die Kluft jedoch breiter. Auch sind die Breitband-Übertragungsraten auf dem Lande oft niedriger, sie liegen im Durchschnitt unter 512 Kilobit pro Sekunde, während sie in der Stadt zunehmen und jetzt häufig 1 Megabit pro Sekunde übersteigen und damit inhaltsreiche Dienste zulassen.

Geplant ist weiter die Einrichtung einer EU-Web-Präsenz, die den Kommunalbehörden und Wirtschaftakteuren als Anlaufstelle für den Informationsaustausch und das Sammeln von Erfahrungen dienen soll.

Autor: (as)

Quelle: de.internet.com, 21.03.2006

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