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Friday, 8.05.2026
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Die Deutsche Telekom-Tochter T-Systems wird am Montag kein Angebot für das 6,65 Milliarden Euro teure Prestigeprojekt "Herkules" bei der Bundeswehr abgeben. Stattdessen wird T-Systems-Chef Konrad Reiss aus dem bisherigen Bieterkonsortium der drei Firmen Deutsche Telekom, IBM und Siemens aussteigen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' (kommende Ausgabe). Grund für den spektakulären Schritt: Nach den schlechten Erfahrungen mit der Maut-Betreibergesellschaft Toll Collect will sich Reiss nicht auf Strukturen einlassen, bei denen kein eindeutiger Konsortialführer für das gewaltige Vorhaben festgelegt wird. Genau darauf aber besteht die Bundeswehr. Sie will den Milliardenauftrag zu gleichen Teilen und mit gleicher Verantwortung unter den drei Firmen des Bieterkonsortiums aufteilen. Mit dem Ausstieg von T-Systems droht das seit Monaten holpernde Ausschreibungsverfahren zur Modernisierung der Bundeswehrcomputer und -telekommunikationseinrichtungen endgültig zu einem Debakel zu werden. Bereits im vergangenen Jahr waren die Gespräche mit der bis dahin favorisierten Bietergruppe aus den Firmen Mobilcom, EADS und dem IT-Spezialisten CSC Ploenzke gescheitert. Seitdem verhandelt das Verteidigungsministerium exklusiv mit dem Telekom-Konsortium über das dringend notwendige Milliardenprojekt, bei dem die unzähligen nicht aufeinander abgestimmten Telefon- und Computersysteme der Truppe harmonisiert werden sollen.

Ob IBM und die Siemens-Tochter SBS nach dem Ausstieg der Telekom am Montag ein eigenes Angebot vorlegen werden, war am Freitag noch offen. Möglicherweise, so ein Verhandlungsteilnehmer, wird das Verteidigungsministerium die Ausschreibungsfrist aufgrund der neuen Sachlage ein weiteres Mal verlängern.

Autor: (as)

Quelle: de.internet.com, 19.02.2005

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