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ELSTER-Projekt erwägt, Schnittstellen auch für freie Software zu öffnen

Das Projekt "ELektronische SteuerERklärung" (ELSTER) der Oberfinanzdirektion München will seine Schnittstellen womöglich auch für freie Software öffnen. Das Projekt bietet derzeit selbst nur eine Client-Software für Windows an, Nutzer von Linux und MacOS sind auf Hersteller entsprechender Software angewiesen, die ihre Programme mitunter aber kostenlos anbieten. Mit dem Projekt ELSTER wollen Bund und Länder die Abgabe und Bearbeitung von Steuererklärungen durch den Einsatz moderner Kommunikationsmittel bürgerfreundlicher und weniger verwaltungsaufwendig machen, ab 2005 wird die Abgabe einer elektronischen Steuererklärung in einigen Bereichen aber Pflicht, was eine entsprechende Software voraussetzt. Zwar ist der ELSTER-Client als bundeseinheitliche Software einer der zentralen Bestandteile dieses Verfahrens, steht aber derzeit nur für Windows bereit, eine Portierung des Freeware-Programms "ElsterFormular" auf andere Betriebssysteme ist derzeit nicht geplant.

Das ELSTER-Projekt stellt aber die Veröffentlichung von Schnittstellenspezifikationen für Software-Entwickler in Aussicht, so dass in Zukunft wohl auch freie Software die ELSTER-Schnittstelle implementieren kann. Zwar heißt es auf der ELSTER-Website einschränkend: "Die Entscheidung, ob und zu welchem Zeitpunkt bestimmte Schnittstellenspezifikationen offen gelegt werden, behält sich ELSTER im Einzelfall vor", es wird aber explizit eine Verwendung in freier Software nicht ausgeschlossen.

Die Verwendung der Spezifikationen soll unabhängig von der Lizenz der entwickelten Client-Software zulässig sein. Dies gelte insbesondere für ELSTER-Client-Software, bei der es sich um freie Software im Sinne der Definition der Free Software Foundation (FSF) handele. "Die Offenlegung der Quelltexte dieser Software ist aus Sicht des Projektes ELSTER zulässig."

Die eigene Software will das ELSTER-Projekt aber nicht als freie Software bzw. als Open Source freigeben.

Autor: (ji)

Quelle: Golem, 27.12.2004

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