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Tuesday, 7.04.2026
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Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und Bundessozialministerin Dr. Ursula von der Leyen starteten am 26. April in Berlin gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V., Rudolf Sailer, das 115-Gebärdentelefon. Damit steht ab sofort das Angebot der D115 mittels Gebärdensprache und Videotelefonie nun auch gehörlosen und hörbehinderten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Die Möglichkeit, mit der einheitlichen Behördenrufnummer 115 verlässliche Auskünfte und Hilfestellungen der öffentlichen Verwaltung unabhängig von lokalen und verwaltungsinternen Zuständigkeiten zu erhalten, nutzen Bürgerinnen und Bürger ohne Hörbehinderung bereits seit über einem Jahr.

Das 115-Gebärdentelefon wurde in Kooperation zwischen dem Bundesministerium des Innern und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales aufgebaut. Gemeinsam erläuterten die Ministerin und der Minister, wie das 115-Gebärdentelefon funktioniert. Der Zugang zu diesem Service erfolgt über Videotelefonie. Der Nutzer benötigt dazu lediglich einen internetfähigen Computer oder ein Video-Telefon sowie einen sogenannten SIP-Videoclient (Session Initiation Protocol), der kostenlos im Internet heruntergeladen werden kann. Über die SIP-Adresse „This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.“ erfolgt der Zugang zum Gebärdenservice eines Dienstleisters des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Die dort zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden speziell auf Auskunftsprozesse bei der Nutzung der D115-Wissensdatenbank geschult. Sollte eine Anfrage darüber hinausgehen, wird dem Anrufer die Aufnahme seiner Anfrage und ihre Weiterleitung an die zuständige Behörde angeboten. Der Pool an Informationen in der Datenbank wird nach und nach wachsen, da er angesichts der Nachfragen stetig erweitert wird.

"Gehörlose mussten bisher viele Barrieren in lebensbestimmenden Bereichen hinnehmen. Viele Informationen gingen an uns vorbei. Daher begrüße ich dieses Angebot sehr - es ist eine deutliche Verbesserung für uns." sagte Sailer und dankte von der Leyen und de Maizière für das D115-Gebärdentelefon.

Der Start des 115-Gebärdentelefons erfolgte mit Live-Anrufen im Service-Center durch den Präsidenten des Deutschen Gehörlosen-Bundes sowie durch die Ministerin und den Minister. Auf dem Bildschirm erschien eine Mitarbeiterin, die in Gebärdensprache die Fragen, z. B. nach der Adresse einer Servicestelle für Behinderte in Hannover und nach der richtigen Anlaufstelle für die Beantragung einer Parkerleichterung in Berlin-Mitte, entgegennahm und beantwortete.

Im Vorfeld der Pressekonferenz zur Eröffnung des 115-Gebärdentelefons trafen sich Vertreter des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Bundesministeriums des Innern mit Verbänden der Gehörlosen und Hörbehinderten. In einem Workshop wurden der 115-Service mit seinem neuen Angebot für Gehörlose und Hörbehinderte sowie die allgemeinen Zugangsmöglichkeiten von Gehörlosen zur öffentlichen Verwaltung vorgestellt und diskutiert. Es wurde vereinbart, dass die Verbände, die sich über den neuen Service sehr erfreut zeigten, das 115-Gebärdentelefon begleiten sollen.

Die „115“ startete am 24. März 2009 in einem zweijährigen Pilotbetrieb und ist in den teilnehmenden Modellregionen inzwischen für ca. 13 Millionen Bürgerinnen und Bürger verfügbar. Langfristig soll der 115-Service im gesamten Bundesgebiet angeboten werden. Dieser flächendeckende Service steht für die Gehörlosen durch das 115-Gebärdentelefon bereits jetzt zur Verfügung.

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Quelle/Source: Bundesministerium des Innern, 26.04.2010

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