Im Oktober hatte das israelische Finanzminsterium hat alle Verträge mit Microsoft bis Jahresende auf Eis gelegt, Neuanschaffungen, wie beispielsweise Updates auf MS Office 2003 wurden, ausgesetzt.
Pünktlich zum Jahreswechsel scheint sich der Staat nun endgültig zur Trennung entschlossen zu haben.
In Zukunft sollen keine MS-Produkte mehr gekauft, sondern stattdessen vermehrt auf Open Source-Produkte gesetzt und deren Entwicklung gefördert werden.
Um günstige Alternativen zu MS-Produkten zu schaffen, kooperiert das Finanzministerium etwa mit Sun Microsystems und IBM, bei der Entwicklung einer hebräischen Version von OpenOffice.
Deutschsprachiges OpenOffice 1.1 fertig
MS zeigt sich unflexibel
"Dieser Schritt beruht auf einer rein ökonomischen Entscheidung," so die Sprecherin des Finanzministeriums. "Die israelischen Behörden werden keine neuen MS-Produkte kaufen, aber bestehende Verträge zur Sicherung aktueller Systeme aufrecht erhalten."
"Die Regierung möchte die Computernutzung durch Open-Source-Technologien vorantreiben und erschwingliche Alternativen zu MS bieten," so die Sprecherin weiter.
Zur jetzigen Entscheidung beigetragen habe auch die Weigerung Microsofts, nur Teile seines Office-Pakets, wie etwa nur den E-Mail-Client und das Textverarbeitungsprogramm, anzubieten. Nicht alle Abteilungen bräuchten gleich die gesamte Office-Suite und so wollte man Kosten sparen.
Linux soll 2004 den Desktop erobern
2004 wurde von Marktforschern und Analysten als das Durchbruchsjahr für Linux ausgerufen. Der Windows-Nachfolger "Longhorn" wird nicht vor 2005 erwartet, und so verstärkt die MS-Konkurrenz ihre Bemühungen, das Open-Source-Betriebssystem als ernst zu nehmende Konkurrenz ins Rennen zu schicken.
Linux soll 2004 den Durchbruch schaffen
Interesse an Open-Source wächst stetig
Der Schritt Israels ist eine weitere Bestätigung für das wachsende weltweite Interesse an Open-Source-Software.
Einige Regierungsstellen in Frankreich, China und Deutschland haben sich bereits für den Einsatz von Linux nicht nur im Server-, sondern auch im Desktop-Bereich entschieden. Viele andere Länder wie Großbritannien, Brasilien, Japan, Südkorea, China und Russland prüfen derzeit den Umstieg.
Regierungen sind ein großer Softwaremarkt, etwa zehn Prozent der weltweiten IT-Ausgaben entfallen laut einer Studie des Marktforschers IDC auf diesen Bereich. Allein die USA gaben im Jahr 2003 34 Milliarden USD für ihre Systeme aus.
Auch Wien prüft Linux-Migration
Auch die Stadt Wien will bis Mitte 2004 einen Bericht dazu vorlegen, ob der Umstieg auf Linux nach dem Vorbild Münchens empfehlenswert ist.
Stadt Wien prüft Umstieg auf Open Source
Quelle: futureZone, 01.01.2004
