Die Städte setzen beim Aufbau des virtuellen Rathauses bewusst auf Kooperation und die Erfahrungen, die man untereinander macht: "Es kann nicht sein, dass jeder für sich strampelt", meinte gestern Lippstadts Bürgermeister Wolfgang Schwade, Präsidiumsmitglied im NRW-Städte- und Gemeindebund.
So haben die Städte Lippstadt, Olsberg und Paderborn mit der Hilfe von Microsoft in nur zwei Wochen ein Online-Verfahren entwickelt, durch das (noch in diesem Jahr) Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunden übers Internet angefordert werden können. Der Bürger bekommt eine Eingangsbestätigung via E-mail und natürlich, wie gehabt, eine Zahlungsaufforderung.
Die Kommunen sind ehrgeizig in Sachen virtuelles Rathaus - ehrgeiziger als es gesetzlich derzeit möglich ist: "Der Wille ist weiter, als es das Gesetz erlaubt", betont Dr. Lutz Gollan vom Städte- und Gemeindebund. So ist etwa die Anzeige von Geburten online noch gesetzlich verboten.
Dennoch, so Gollan, soll das Potenzial des Internets dem Bürger am Ende zugute kommen. In anderen Pilotprojekten werden bis zum Frühjahr 2003 in insgesamt zwölf Gemeinden Baugenehmigungsverfahren schon online getestet, kann man sein Gewerbe elektronisch anmelden, die Polizei könnte bei Verkehrskontrollen mobil Daten aus den städtischen Melderegistern abrufen, die Bürger wiederum sollen etwa Mülltonnen über die Internet-Seiten der Städte bestellen und die Kosten für die Abfuhr je nach Behältergröße berechnet werden können - der persönliche Besuch im Rathaus, die Nachfragen per Fax oder Telefon, das Hin- und Herbewegen von Unterlagen verschwinden.
Quelle: Westfalenpost