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Donnerstag, 29.01.2026
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Nach Ansicht des Computerwissenschaftlers Raj Reddy sollen Regierungen das Internet der nächsten Generation finanzieren. In einem Interview mit dem Siemens-Forschungsmagazin Pictures of the Future sagte Reddy, ein kompletter Infrastruktur-Ausbau mit optischer Datenübertragung und autonomer Überwachung würde allein in den USA etwa 100 Milliarden US-Dollar kosten. Angesichts der anhaltenden Krise in der TK-Branche seien nur noch Regierungen zu solch großen Investitionen in der Lage. Anzeige Reddy, der unter anderem die US-Regierung in Sachen Informationstechnologie berät, vergleicht das Next Generation Internet mit dem Bau von Autobahnen, die ebenfalls meist staatlich finanziert sind. Nach einer Privatisierung des Datennetzes könnte die Regierung dann Gebühren für die Netznutzung erheben. Reddy denkt dabei an einen zehnprozentigen Obolus, der von allen Erlösen aus Internet-Mehrwertdiensten an den Staat abzugeben ist.

Nach Reddys Vorstellungen wird das Internet nach einer konzertierten Regierungs-Initiative schon in zehn Jahren all das sein, was es seiner Meinung nach heute nicht ist: schnell, zuverlässig, preiswert, robust und leistungsfähig auf allen Ebenen. Internet wäre dann so allgegenwärtig wie heute Strom und ähnlich kostengünstig; per IP würden bevorzugt Sprache und Videos übertragen und Gegenstände aller Art hätten eine Internet-Adresse, über die sie miteinander kommunizieren könnten.

Dafür müssten zunächst die bereits vorhandenen, aber nur zu einem Bruchteil genutzten Glasfaserkabel aktiviert werden, sagte Reddy gegenüber Pictures of the Future. Qwest beispielsweise habe allein in den USA mittlerweile 32.000 Kilometer optische Kabel mit rund 100 Fasern verlegt, nutzen würde man jedoch nur eine einzige Faser, weil die Aktivierung jeder zusätzlichen Faser Kosten zwischen 250 und 500 Millionen US-Dollar verursache, die für optische Verstärker, Multiplexer, Router und Gebäude ausgegeben werden müssen.

Quelle: Heise Online

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