Ebenfalls skeptisch ist der BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie). Da die Pilotphase um ein halbes Jahr auf Anfang 2005 verschoben werden müsse, sei der Zeitplan sehr eng, sagte BDI-Vertreter Carsten Rolle.
Die Bundesregierung verspricht sich von der Einführung der Karte Einsparungen von bis zu einer Milliarde Euro, unter anderem durch Erleichterungen in der Verwaltung. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt bekräftigte auf der CeBIT, am Starttermin 1. Januar 2006 festhalten zu wollen. Das für die Entwicklung zuständige Konsortium "bit4health", an dem die IBM Deutschland GmbH, das Fraunhofer-Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation (IAO), die SAP Deutschland AG & Co KG, die InterComponentWare AG und die ORGA Kartensysteme GmbH beteiligt sind, übergaben Schmidt das Konzept für den technischen Rahmen.
Garantiert werden soll unter anderem, dass die notwendigen Standards für Sicherheit und Datenschutz eingehalten werden und die von Ärzten, Apotheken und Kassen eingesetzten Systeme kompatibel sind. Auf der Karte werden Informationen zum Zuzahlungsstatus und zu verordneten Medikamenten enthalten sein. Freiwillig können Versicherte Angaben zu chronischen Leiden sowie Operationen und Impfungen eintragen lassen. Dadurch lassen sich laut Schmidt teure Doppeluntersuchungen sowie Unverträglichkeiten bei der Medikamentierung vermeiden.
Laut Kartenhersteller Giesecke und Devrient ist das Projekt größer als das zur Erfassung der LKW-Maut. (Computerwoche.de berichtete).
Quelle: Computerwoche, 22.03.2004
