Die RFID-Chips werden entweder auf der Außenverpackung oder auf der Verpackung von Einzelprodukten, Ampullen oder Spritzen befestigt - je nach Hochwertigkeit der Medikamente. Die RFID-Chips arbeiten sowohl mit Radio- als auch mit Ultrahochfrequenzwellen. Die Kosten betragen ab 25 Cent pro Stück und können zusammen mit Antenne ohne Probleme in Papier, Kunststoff oder Keramik integriert werden. Der Empfänger kann bis zu fünf Meter vom RFID-Chip entfernt sein, ohne dass die Datenerfassung gestört wird.
Hintergrund der Entwicklung ist, dass Pharmakonzerne Möglichkeiten suchen, auf gefälschte Medikamente zu reagieren. Laut Siemens sei jedes zehnte Medikament gefälscht und jährlich würden Arzneimittel im Wert von 40 Mrd. Dollar verschwinden. Die RFID-Technik bietet hier eine Reihe von Vorteilen: hohe Fälschungssicherheit, transparente Logistikprozesse und Ortsbestimmungen, automatisches Bestandsmanagement, Nachweis lückenloser Kühlketten, effiziente Produktionsplanung und verbessertes Retourenmanagement.
Sicherheitsaspekte und Kundenorientiertung führt man beim Organisationskomitee (OK) der Fussball-WM 2006 als Grund für die Integration der Funkchips in die Tickets an. Bei der Bewerbung um ein Ticket mussten Interessenten Namen und Passnummer angeben, die dann zur Personalisierung der Eintrittskarten verwendet wurden. "Zum einen ist der Einlass ins Stadion durch die RFID-Technologie schneller möglich. Zweiter Aspekt ist die Sicherheit. Rund um das Stadion werden stichprobenartige Kontrollen durchgeführt, wobei überprüft wird ob der Besitzer der Karte auch der rechtmäßige ist", so ein Sprecher des OK auf Anfrage von pressetext. Hooligans oder Randalierern soll damit von vorne herein das Wasser abgegraben werden.
Die Einsatzmöglichkeiten der kleinen Identifikations-Chips sind vielfältig. Konsumgüterkonzerne, wie Procter & Gamble oder Hewlett-Packard, arbeiten an der Einführung derartiger Systeme (pte berichtete). Kritiker stellen ihre Überlegungen im Zusammenhang mit Datenschutzbedenken an. Die Unternehmen jedoch beruhigen: Die Verwendung sei nur für interne Abläufe und Logistik vorgesehen, wodurch vor allem Kosten gespart werden können.
Autor: Andreas List
Quelle: Pressetext Deutschland, 20.10.2005