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Donnerstag, 29.01.2026
Transforming Government since 2001
E-Government, die Vision einer staatlichen Verwaltung, die 24 Stunden am Tag über das Internet erreichbar ist, ist nach Ansicht von Microsoft-Chef Steve Ballmer "the next big thing".

"Österreich ist im Bereich E-Government weltweit führend", erklärte Microsoft-Chef Steve Ballmer bei seinem Kurzbesuch am Dienstag in Wien und macht kein Hehl aus dem strategischen Interesse des weltgrößten Softwarekonzerns an solchen Projekten: "Wir wollen bei Pilotplattformen wie diesen Erfahrungen sammeln. So gesehen sei es kein Geschenk - allerdings wollte er dessen Höhe nicht beziffern. Microsoft hat auf Initiative seines Gründers Bill Gates, der bei seinem letzten Besuch im Februar auf die österreichischen E-Government-Projekte aufmerksam geworden war, eine Software namens .Net (sprich: Dotnet) gestiftet. Darunter bezeichnet Microsoft seine Strategie, das Internet so zur zentralen Kommunikationsdrehscheibe auszubauen, dass darüber interaktive Dienste angeboten werden können.

Bei dem Pilotprojekt mit der Universität Linz werden die Studenten ab Wintersemester 2003/04 Anträge für Studienbeihilfen und -zuschüsse online abwickeln können, wobei eine Chipkarte mit Signaturfunktion die Unterschrift des Antragstellers übernimmt. Unsichtbar für den Studiengeldbezieher sollen auch die dahinter liegenden Amtswege online zusammenlaufen, also die Information an das Finanzamt, die Abgleichung mit den Studienerfolgsdaten etc. Für die Studenten werden öffentliche PC-Stationen an der Linzer Uni mit den nötigen Lesegeräten für die Chipkarten - also die Studentenausweise - aufgestellt.

Ab 2005 dann, so Reinhard Posch, der Leiter der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)-Stabsstelle des Bundes, soll dieses e-Stipendium genannte Projekt auf allen 30 Hochschulen in Österreich verfügbar sein. Außerdem kündigte Posch an, dass "bald" der Druck von Bundesgesetzblätter hinfällig werde, da sie künftig in signierter Form online gestellt werden.

Reminiszenzen

Ballmer, der seit zwei Jahren Vorstandsvorsitzender von Microsoft ist, erinnern die Bemühungen, .Net zu möglichst vielen Anwendungen zu verhelfen, an die 90er-Jahre: "Damals haben wir wie jetzt wieder versucht, möglichst viele Windows-Services in den Markt zu bringen." Es gebe eine Reihe ähnlicher Pilotversuche, etwa in Australien oder Großbritannien, die Microsoft generös sponsere.

Das Besondere an dem österreichischen sei die Integration der Studenten-Chipkarte, die damit zu einer Art Vorläufer der Bürgerkarte werden könnte. Trotzdem glaubt Ballmer nicht, dass die österreichische Verwaltung gänzlich auf .Net setzen werde: "Wir rechnen aber mit einem fairen Teil der Aufträge."

Quelle: Der Standard

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