Von einer unabhängigen Jury aus Wissenschaftlern und Praktikern unter Vorsitz von Werner Jann, Universität Potsdam, wurden zahlreich eingereichten Ideenskizzen bewertet. Die Gewinner fahren jetzt auf eine Studienreise in die USA, um sich dort über die neuesten Entwicklungen im eGovernment zu informieren.
Die ausgezeichneten Projekte
Bestes Konzept in der Kategorie Wirtschafts- und Bürgerdienste
Senatsverwaltung für Inneres, Berlin
Beitrag: Mobile Bürgerdienste - MoBüD
Der Weg in das Bürgerbüro ist besonders für alte, kranke oder behinderte Bürger mit erheblichem Aufwand verbunden oder nur durch Vertreter möglich. Der Verwaltungszugang via Internet setzt eine entsprechende Infrastruktur (PC, Internetanschluss, Digitale Signatur) sowie eine gewisse Erfahrung im Umgang mit den Online-Systemen voraus. Beides ist in den erwähnten Bevölkerungsgruppen nicht vorauszusetzen. Ziel des Projekts ist zum einen, ein mobiles Bürgeramt zu entwerfen, zu realisieren, in Betrieb zu nehmen und im Rahmen von Nutzertests zu bewerten. Zum anderen wird der Aufbau einer Systemumgebung, die den Betrieb eines solchen mobilen Systems ermöglicht, als Zielkoordinate definiert, um in ähnlich gelagerten Verwaltungsverfahren eine systemtechnische Ausgangsbasis zu schaffen. Das mobile Bürgerbüro wäre ortsunabhängig einsetzbar und so für jedermann zu erreichen (wir berichteten ).
Beste Realisierung in der Kategorie Wirtschafts- und Bürgerdienste
MediaKomm Esslingen am Neckar
Beitrag: Virtuelles Bauamt
Mithilfe des Virtuellen Bauamts soll die Integration von Verwaltungs- und Wirtschaftsprozessen erreicht werden, um Wertschöpfungsketten durchgängig medienbruchfrei elektronisch abzuwickeln zu können. Die Vernetzung der Bauverwaltung mit der Bauwirtschaft über das Virtuelle Bauamt erfolgt über intelligente Schnittstellen zwischen den beteiligten Stellen, die elektronische Kommunikation und Transaktion unter Nutzung der bestehenden Infrastrukturen und Softwarelösungen in den Bauverwaltungen und der Bauwirtschaft ermöglichen. Die Idee des virtuellen Bauamts basiert auf einem Drei-Säulen-Modell: Säule eins ist die Bauwirtschaft im Internet, Säule zwei das eigentliche virtuelle Bauamt im Extranet der Verwaltung, Säule drei die vorhandene Bauverwaltung im Intranet.
Erklärung des Esslinger Projekts MediaKomm anlässlich des Gewinns beim eGovernment-Wettbewerb 2003
Bestes Konzept in der Kategorie Verwaltungsmodernisierung und Bürokratieabbau
Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen)
Beitrag: WaGIS - Wasserstraßengeoinformationssystem
WaGIS soll in den technisch orientierten Bereichen aller Behörden der Wasser - und Schifffahrtsverwaltung eingesetzt werden. WaGIS schafft damit eine bundesweite bzw. WSV-weite, fachdienstübergreifend nutzbare Informationsgrundlage bei der Erfüllung der Kernaufgaben. WaGIS bietet für viele Anwender erstmals die Möglichkeit, direkt auf die Daten der IT-Fachverfahren zuzugreifen. Im Projekt WaGIS wurde bisher die erste Stufe eines Systems zur einheitlichen Nutzung raumbezogener digitaler Grundlageninformationen zu Objekten an den Bundeswasserstraßen entwickelt, erste Schritte der Weiterentwicklung sind beauftragt. Den Anwendern in der Wasser - und Schifffahrtsverwaltung des Bundes werden alle Informationen aus verschiedenen Fachbereichen erstmals in einer einheitlichen Form zur Verfügung stehen. Neben einer reinen Auskunft kann der Anwender auch Daten analysieren und in Form von Karten präsentieren oder in seine eigenen IT-Systeme übernehmen.
Beste Realisierung in der Kategorie Verwaltungsmodernisierung und Bürokratieabbau
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen
Beitrag: DISCUR - Daten-Informationssystem für Controlling und Reporting
DISCUR unterstützt systematisch die Bearbeitung von Förder- und Vergabevorgängen. Das Verfahren ermöglicht eine behördenübergreifende Verwaltung bei Haushaltsplanung und -überwachung, Projektabwicklung, Führungsinformation, Controlling und Statistik. Grundgedanke von DISCUR ist die Entwicklung und Einführung eines integrierten Fördermittelmanagementsystems, das alle Aktivitäten im Kontext der Fördermittelvergabe unterstützt und alle an diesem Prozess beteiligten Akteure wie Unternehmen, nachgeordnete Behörden und externe Partner, z.B. Projektträger, einbindet. Ziel ist es, neben der Unterstützung der operativen (Bearbeiter-)Ebene bei allen Aufgaben des Tagesgeschäftes auch die Titelverantwortlichen (Haushälter) und die Leitung der nutzenden Ministerien softwaretechnisch einzubinden, um sie bei ihren Aufgaben hinsichtlich Projekt- und Förderprogrammcontrolling zu unterstützen. Das Ministerium ist damit ein zweites Mal Preisträger des eGovernment Wettbewerbs. Weitere Informationen dazu.
Quelle: Bund.de
