Zwischen Ärzten und Krankenkassen in Deutschland ist eine Einigung über die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte in Sicht. Über die Eckpunkte zur Finanzierung der Kartei sei laut Medienberichten eine Einigung erzielt worden. Das Vorhaben, für das 110.000 Arztpraxen, 2200 Krankenhäuser, Tausende Apotheken sowie über 300 gesetzliche und private Kassen vernetzt werden müssten, koste 1,6 Milliarden Euro.
Die Einigung zwischen Ärzten und Kassen bedarf noch der Zustimmung des Bundesgesundheitsministeriums.
Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte am Sonntag, die Einigung müsse noch von den Gremien der Ärzte und der Kassen genehmigt werden. Danach werde sie dem Ministerium vorgelegt.
NRW erprobt elektronische Krankenakte
Enthält alle medizinischen Daten
Die neue elektronische Gesundheitskarte soll wie die bisherige Versicherungskarte aussehen. Sie soll alle medizinischen Daten eines Patienten erhalten, die sichtbar werden, wenn ein Arzt die Karte durch ein Lesegerät zieht.
Den Großteil der Investitionen von 1,6 Milliarden Euro übernähmen die Kassen, sagte Ärztesprecher Roland Stahl der "Bild am Sonntag". Ärzte, Kliniken und Apotheker müssten sich mit 600 Millionen Euro beteiligen.
"Ärzte werden ihre Investitionen refinanzieren, indem sie, zum Beispiel für das Erstellen eines elektronischen Rezepts, einen Bonus erhalten", sagte Stahl. Pro Rezept würde ein Mediziner dann 50 Cent erhalten.
Auch in Österreich soll ab 2005 nach zahlreichen Pannen die so genannte E-Card den Papier-Krankenschein ersetzen. Die ersten Exemplare erhielten Österreichs Olympia-Sportler zum Testeinsatz in Athen.
E-Cards für Österreichs Olympia-Sportler
Quelle: futureZone, 08.08.2004
