Aber die Konkurrenz schläft nicht. Ausgerechnet in Wiesbaden ist man den umtriebigen Hamburgern sogar einen Tag voraus gewesen. Hier hat der Oberbürgermeister mit der symbolischen Durchtrennung des Kabel zum Internet im Zirkus Sarrasani bereits am 12.12. den Startschuss für wlansinn gegeben. Allerdings kann die in diesem Projekt federführende placetobee-portale GmbH bislang erst auf fünf einsatzbereite Hotspots verweisen. Mit Unterstützung durch den Magistrat und die Technologiepartner IBM und M3-Connect will man bis Ende Januar insgesamt 25 Zugangspunkte in Betrieb nehmen. Für die Mitte des kommenden Jahres ist die flächendeckende Versorgung des gesamten Stadtgebiets mit mobiler Kommunikation geplant. Auch in Wiesbaden setzt man auf den Reiz der Geschwindigkeit: Mit einer Übertragungsrate von bis zu 11 Mbit pro Sekunde sei man bis zu 60mal schneller als GPRS oder HSCSD oder 10mal schneller als das noch nicht realisierte UMTS. Darüber hinaus sollen die Hotspots Oasen des entspannten Arbeitens, abseits von Bürohektik und Raumzwängen werden - anders als in Hamburg allerdings nicht kostenlos. Für Tages-, Wochen- oder Monatskarten werden Preise von 5 bis 35 Euro fällig. Der wlansinn wird nach Angaben der Verantwortlichen nicht auf Wiesbaden beschränkt bleiben. Mainz, Mannheim und Frankfurt sind die nächsten Ziele.
wLANs erster Klasse richtet derzeit die Deutsche Bahn ein. In den Bahnhofslounges Köln, Frankfurt und Frankfurt-Flughafen bereits verfügbar, sollen 11 weitere Bahnhöfe möglichst umgehend folgen. Kostenlos ins Internet kann man aber auch hier nicht. Eingesetzt werden Prepaidkarten - so genannte Voucher - mit Zeitguthabenkonten. Dabei verfällt ein angebrochener Geldbetrag nicht, wenn die Session beendet wird. Das Guthaben kann bundesweit an allen einbezogenen Hotspots eingesetzt werden. Mit 5,50 Euro je Stunde liege der Preis für eine Stunde Surfen oder Mailabrufen vergleichsweise niedrig, so die Betreiber.
Das Angebot beginnt also zu wachsen. Wie sieht es mit der Nachfrage aus? Erste Anhaltspunkte kann eine aktuelle Online-Umfrage von marketagent.com unter 588 deutschsprachigen Internet-Nutzern liefern. 57 Prozent aller Nutzer sind an einem Online-Zugang ohne räumliche Beschränkung interessiert. Vor allem die eMail-Erreichbarkeit lockt als wichtiger Impulsgeber. Das Versenden und Empfangen von eMails scheint mit einer potentiellen Inanspruchnahme von 87 Prozent der interessanteste Web-Service von unterwegs. Auf den weiteren Plätzen rangieren das Versenden von SMS (67 %), die Informationssuche zu einem bestimmten Thema (65 %) und das Lesen von Online-Tageszeitungen (63 %).
Interesse ist also durchaus vorhanden. Aber zumindest in einem Punkt gehen die Erwartungen der Anbieter und der potentiellen Nutzer noch auseinander: Von Arbeit oder Büro war in der Umfrage durch Marktagent nicht die Rede. Dementsprechend wird im nächsten Jahr ganz sicher eine Frage auf der Tagesordnung stehen: Wie viel lassen sich die Nutzer diesen Spaß kosten?
Quelle: Ecin
