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Donnerstag, 29.01.2026
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Ob das neue Jahr nun wirklich besser wird, kann leider noch niemand mit Sicherheit sagen. Aber zumindest ein neuer und spannender Trend zeichnet sich bereits deutlich ab: An wLANs kommt 2003 niemand mehr vorbei. Zum Ende des Jahres scheinen alle Akteure noch einmal Gas zu geben: Die Zahl der Hotspots nimmt nahezu täglich zu. Wenn das so weiter geht, ist der drahtlose, mobile Internetzugang bald flächendeckend in Deutschland möglich. In Hamburg zum Beispiel wurde am 13.12. vom Ersten Bürgermeister Ole von Beust Deutschlands größtes nicht-kommerzielles wLAN-Projekt an den Start gebracht. Hotspot Hamburg soll an zahlreichen Orten einen Gratiszugang ins Internet per PDA oder Laptop ermöglichen. Die Koordination und Vermarktung des Projektes liegt bei der Standortinitiaitve Hamburg@work, die Finanzierung der erforderlichen Technik und der betriebsbereiten Installation übernehmen Sponsoren. Die Gebühren für die T-DSL-Leitung spendieren die Anbieter der Hotspot-Zugangspunkte. Im Gegenzug dürfen sie sich beim Log-In in einem eigenen Pop-up präsentieren: Hier sollen Restaurants, Cafes und sonstige Betreiber per wLAN ihre tagesaktuelle Karte oder die Ankündigung von Restaurant-Spezialitäten auf den Bildschirm der Besucher bringen. 30 Zugangspunkte sind bislang freigegeben und natürlich soll weiterhin zügig ausgebaut werden.

Aber die Konkurrenz schläft nicht. Ausgerechnet in Wiesbaden ist man den umtriebigen Hamburgern sogar einen Tag voraus gewesen. Hier hat der Oberbürgermeister mit der symbolischen Durchtrennung des ‚Kabel zum Internet’ im Zirkus Sarrasani bereits am 12.12. den Startschuss für ‚wlansinn’ gegeben. Allerdings kann die in diesem Projekt federführende placetobee-portale GmbH bislang erst auf fünf einsatzbereite Hotspots verweisen. Mit Unterstützung durch den Magistrat und die Technologiepartner IBM und M3-Connect will man bis Ende Januar insgesamt 25 Zugangspunkte in Betrieb nehmen. Für die Mitte des kommenden Jahres ist die flächendeckende Versorgung des gesamten Stadtgebiets mit mobiler Kommunikation geplant. Auch in Wiesbaden setzt man auf den Reiz der Geschwindigkeit: Mit einer Übertragungsrate von bis zu 11 Mbit pro Sekunde sei man bis zu 60mal schneller als GPRS oder HSCSD oder 10mal schneller als das noch nicht realisierte UMTS. Darüber hinaus sollen die Hotspots „Oasen des entspannten Arbeitens, abseits von Bürohektik und Raumzwängen“ werden - anders als in Hamburg allerdings nicht kostenlos. Für Tages-, Wochen- oder Monatskarten werden Preise von 5 bis 35 Euro fällig. Der ‚wlansinn’ wird nach Angaben der Verantwortlichen nicht auf Wiesbaden beschränkt bleiben. Mainz, Mannheim und Frankfurt sind die nächsten Ziele.

wLANs erster Klasse richtet derzeit die Deutsche Bahn ein. In den Bahnhofslounges Köln, Frankfurt und Frankfurt-Flughafen bereits verfügbar, sollen 11 weitere Bahnhöfe möglichst umgehend folgen. Kostenlos ins Internet kann man aber auch hier nicht. Eingesetzt werden Prepaidkarten - so genannte Voucher - mit Zeitguthabenkonten. Dabei verfällt ein angebrochener Geldbetrag nicht, wenn die Session beendet wird. Das Guthaben kann bundesweit an allen einbezogenen Hotspots eingesetzt werden. Mit 5,50 Euro je Stunde liege der Preis für eine Stunde Surfen oder Mailabrufen vergleichsweise niedrig, so die Betreiber.

Das Angebot beginnt also zu wachsen. Wie sieht es mit der Nachfrage aus? Erste Anhaltspunkte kann eine aktuelle Online-Umfrage von marketagent.com unter 588 deutschsprachigen Internet-Nutzern liefern. 57 Prozent aller Nutzer sind an einem Online-Zugang ohne räumliche Beschränkung interessiert. Vor allem die eMail-Erreichbarkeit lockt als wichtiger Impulsgeber. Das Versenden und Empfangen von eMails scheint mit einer potentiellen Inanspruchnahme von 87 Prozent der interessanteste Web-Service von unterwegs. Auf den weiteren Plätzen rangieren das Versenden von SMS (67 %), die Informationssuche zu einem bestimmten Thema (65 %) und das Lesen von Online-Tageszeitungen (63 %).

Interesse ist also durchaus vorhanden. Aber zumindest in einem Punkt gehen die Erwartungen der Anbieter und der potentiellen Nutzer noch auseinander: Von Arbeit oder Büro war in der Umfrage durch Marktagent nicht die Rede. Dementsprechend wird im nächsten Jahr ganz sicher eine Frage auf der Tagesordnung stehen: Wie viel lassen sich die Nutzer diesen Spaß kosten?

Quelle: Ecin

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