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Nicht nur im Londoner Bezirk Newham kann Microsoft in Großbritannien Verträge abschließen, die als Erfolg gegen die Konkurrenz aus dem Open-Source-Lager gesehen werden: Die britische Regierung hat über ihr Beschaffungsamt einen Rahmenvertrag (Memorandum of Understanding) abgeschlossen, das den bisherigen Drei-Jahres-Vertrag über die Belieferung der britischen Regierungsbehörden mit Microsoft-Software erneuert. Microsoft machte laut dem Wall Street Journal keine Angaben über finanzielle Details des Geschäfts; Beobachter sprechen aber von mehreren Millionen britischen Pfund, die der Vertrag Microsoft jährlich einbringen könnte. Im Jahr 2002 hatte die britische Regierung den verstärkten Einsatz von Open Source befürwortet und festgelegt, Open-Source-Lösungen sollten zukünftig gleichberechtigt neben proprietären Angeboten geprüft werden.

Für Microsoft stellt der Rahmenvertrag einen weiteren Erfolg dar, der die Ansicht von Jean-Philippe Courtois, Microsoft-Chef der Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA), stützen dürfte, es gebe in Europa bei den Regierungen eine Tendenz weg von Open Source. "Wir stellen in Ländern wie Großbritannien eine Bewegung weg von Linux fest", sagte der Microsoft-Manager bereits im Februar -- die Verwirrungen auf Grund von Softwarepatenten, die etwa die Münchener Linux-Migration begleitet, dürften ihm da recht gelegen kommen. Die Open-Source-Szene befürchtet außerdem seit einiger Zeit, Konzerne wie Microsoft könnten ihr Patent-Portofolio gegen Open Source in Stellung bringen, wenn sie ihre Geschäfte gefährdet sehen. Gerade bei Regierungen versucht Microsoft zudem mit dem Government Security Program (GSP) für Vertrauen zu sorgen, das den Regierungsbehörden Einblick in den Quellcode von Windows gewährt.

Autor: (jk/c't)

Quelle: Heise online, 18.08.2004

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