Offenbar aus Kostengründen erwägt Home Secretary Jacqui Smith nun, die Erfassung von Fingerabdrücken künftig in Postfilialen, Apotheken, Fotoläden oder Drogerien durchführen zu lassen. Zu den Branchenvertretern, die bereits Interesse an einer ID-Card-Zusammenarbeit bekundet haben, gehören Ministeriumsangaben zufolge der Post- und Finanzdienstleister The Post Office, die National Pharmacy Association (NPA) sowie die US-amerikanische Photo Marketing Association International (PMA).
"Während die beteiligten Firmen von einer erhöhten Besucherfrequenz profitieren, können Kunden ihre biometrischen Merkmale kurzerhand beim Shopping registrieren lassen", erläutert Innenministerin Smith die Vorzüge ihres Plans und versichert gleichzeitig, dass die Enrollment-Vorgänge einer "strengen Kontrolle durch das Ministerium" unterlägen. Die Kosten des britischen ID-Card-Projekts belaufen sich nach jüngsten Erhebungen auf mindestens 5,3 Milliarden Pfund (fast 6 Milliarden Euro).
Eigentlich sollten die ersten biometrischen Chipkarten-Ausweise schon im vergangenen Jahr an britische Bürger ausgegeben werden, inzwischen wird jedoch der Herbst 2009 als Rollout-Termin angegeben. Zunächst hätten Bewohner Manchesters die Chance, freiwillig eine ID-Card zu beantragen, heißt es auf der Ministeriums-Website. Eine landesweite Umsetzung des ID-Card-Projekts sei dann ab 2012 "wahrscheinlich". Den Bürger kostet eine ID-Card 30 Pfund.
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Autor(en)/Author(s): (pmz/c't)
Quelle/Source: Heise online, 06.05.2009
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