Zwar sei die Einführung der E-Pässe erfolgreich verlaufen und würden diese auch in den USA akzeptiert, aber niemand wisse, erklärt das National Audit Office, wie lange Chips und Antennen tatsächlich funktionsfähig bleiben werden. Das könnte zu einem Problem werden, da die Pässe selbst eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren haben. Man habe die Pässe zwar im Labor getestet, aber wie lange etwa die Daten von Chips durch die Benutzung der Ausweise im wirklichen Leben auslesbar sein werden, könne man nicht wissen. Das Auslesen benötige mit den Scannern normalerweise 8 Sekunden. Unbekannt ist, wie dies sich in Situationen mit hohem Durchlauf oder bei stark gebrauchten, älteren Pässen verhält.
Bislang können die Daten von den Chips auch mit entsprechender Technik ausgelesen und die Chips geklont werden. In Zukunft will man verhindern, dass sich geklonte Chips in E-Pässen einfügen lassen, ohne dass dies bemerkt wird. Das britische Innenministerium versichert allerdings, man habe "volles Vertrauen" in die E-Pässe. Mit der Einführung der digitalen Fingerabdrücke würden die britischen E-Pässe weiter "zu den sichersten der Welt" gehören.
Die Konservativen kritisieren allerdings das Innenministerium, weil sich noch nicht einmal an allen Grenzkontrollen Lesegeräte befinden. Moniert wird auch die unbekannte Haltbarkeit der Chips. Touristen und reisende Geschäftsleute müssten mit Ungewissheit und der Möglichkeit rechnen, nicht mehr weiterreisen zu können. Nick Clegg von den Liberalen fragte, wie denn die Regierung Vertrauen in die E-Pässe herstellen will, wenn sie es nicht einmal verhindern könne, dass sie sich hacken lassen.
Autor(en)/Author(s): (fr/Telepolis)
Quelle/Source: Heise online, 08.02.2007