Wie die Kreisverwaltung mitteilte, hat der Parlamentarische Staatssekretär Rezzo Schlauch den ersten mit 10 000 Euro dotierten "Best-Practice-Award MEDIA@Komm-Transfer" verliehen. Prämiert wurde das gemeinsame Projekt zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Kreis Segeberg "Geodaten XPlanung". Das "Ressortübergreifende Geoinformationssystem" erschließt im Bereich der Bauleitplanung völlig neue Möglichkeiten. Was im Kreis Segeberg erdacht wurde, könnte in einigen Jahren bundesweiter Standard sein. Potenziellen Häuslebauern soll ermöglicht werden, bundesweit Baugebiete über das Internet ausfindig zu machen, das genau ihren persönlichen Anforderungen entspricht. Zukünftig soll es möglich sein, alle relevanten Anforderungen an einen Bauplatz wie Lage, Nähe zu Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, kulturelles Angebot oder Freizeiteinrichtungen im Internet einzugeben. Dann sollen die in Fragen kommenden Standorte, die alle oder die meisten Anforderungen erfüllen, "ausgespuckt" werden.
Noch ist es allerdings nicht soweit. Bisher gibt es nämlich noch keine Standards für den Austausch elektronischer Daten zwischen öffentlichen und privaten Stellen, die im Bereich Bauleitplanung mitwirken. Auch die Visualisierung von Plandaten, zum Beispiel für die Darstellung von Bebauungsplänen im Internet, ist noch nicht standardisiert. Die Segeberger Verwaltung nimmt bisher aber schon eine Vorreiterstellung ein. Sie leitet federführend das bundesweite Projekt "Geodaten XPlanung", an dem sich bereits zwölf Städte beteiligen. Ziel: Alle deutschen Verwaltungen sollen ihre Bauleitplanungen ins Internet stellen, und dort sollen für alle Interessenten alle Baugebiete mit ihren Besonderheiten abrufbar sein.
Beim "Best-Practice-Award MEDIA@Komm-Transfer" waren entscheidende Kriterien "eine konsequente Nutzenorientierung, die wirksame Aktivierung der Beziehungen zu Wirtschaft und Gesellschaft sowie eine hohe Transferierbarkeit und ausgewiesene Nachhaltigkeit", teilt die Kreisverwaltung mit. Der Jury gehörten Vertreter von Sponsoren, von Verbänden, der Wirtschaft und der Wissenschaft an.
Autor: spr
Quelle: Lübecker Nachrichten, 19.03.2005
