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Samstag, 7.03.2026
Transforming Government since 2001
Der Diebstahl vertraulicher Daten durch das Vortäuschen einer Identität kommt in Mode. Die digitale Signatur wäre ein probates Mittel dagegen.

Neu ist die digitale Signatur nicht mehr. Rund zwei Jahre ist sie in Österreich verfügbar. Das passende gesetzliche Regelwerk kam mit dem heimischen E-Government-Gesetz am 1. März dazu. Rund 50.000 solch elektronischer Identitätsnachweise sind bislang in Österreich im Einsatz (davon rund 99 Prozent in Projekten wie Mitarbeiterausweise für Unternehmen, als Studentenausweis an der WU Wien oder etwa als Lichtbildausweis mit integriertem Chip für Rechtsanwälte). Sicherheit

Zaghaft hält das digitale Pendant zu Reisepass, Studentenausweis und Büchereikarten (auch in digitaler Form gibt es der physischen Ausweispraxis entsprechende Sicherheitsstufen mit unterschiedlicher Funktionsmöglichkeiten und Sicherheitsstufen) Einzug. Das mag auch daran liegen, dass nicht allen Bürgern und Bürgerinnen von Anfang an klar gewesen sei, dass die elektronische Identität nicht kostenlos sei und andererseits die passenden Anwendungen gefehlt hätten, so Christoph Reissner, Prokurist von a-trust im Gespräch mit der TELEKOM PRESSE.

Eindeutige Identität

Die digitale Signatur, eine Technologie, die im elektronischen Datenverkehr die Authentizität von Absender und Inhalt einer E-Mail sicherstellt und auf unterschiedlichen physischen Komponenten aufgebracht werden kann (etwa auf der Bankomatkarte, die Ende 2004 zu erwarten ist oder auf dem Mobilo, das für E-Government-Anwendungen bereits eingesetzt werden kann) wäre jedenfalls das probate Mittel, um Sicherheit im virutellen Raum zu schaffen, vor allem in Anbetracht der zunehmenden Phishing-Problematik (wir berichteten), so Christoph Reissner.

Mehr Anwendungen

Die derzeit vor allem im Verwaltungs- und Geschäftsbereich verbreitete digitale Signatur könnte zum eindeutigen Nachweis der Identität höchst interessant sein, ist Christoph Reissner sicher. Vor allem auch in Anbetracht der Tatsache, dass in näherer Zukunft mehr und mehr Anwendungen nicht nur im elektronischen Amtsverkehr, sondern zunehmend mit Vertragspartner, mit denen derzeit Verträge noch der physischen Erscheinung bedürfen (etwa Versicherung etc.) zu erwarten sind. Eine Einsatzmöglichkeit wäre auch Telebanking. Man müsste mit der digitalen Signatur nicht mehr die fürs Onlinebanking nötige Liste mit TANs (eine Zahlenkombination, die als Unterschrift gilt) einsetzen und jede verwendete ausstreichen. Der Ersatz wäre die digitale Signatur.

Noch nicht bei allen Clients einsatzfähig

Die hat allerdings derzeit - in Sachen E-Mail-Identifikation - noch den Nachteil, dass sie nicht bei allen Mail-Clients gleich verlässlich funktioniert, ist sie doch bislang für Microsofts Outlook Express optimiert. Für Lotus Notes gibt es ebenfalls bereits ein entsprechendes Plugin, damit der Mail-Client eine digital signierte elektronische Nachricht als solche mit dem entsprechenden "roten Mascherl" kennzeichnet. Hier heißt es sich beim Anbieter des eigenen Mail-Clients kundig machen, ob die digitale Signatur unterstützt wird.

Ab November neu

Ab November kommt mit den eliptischen Kurven übrigens eine neue Verschlüsselungstechnologie zum Einsatz, womit kürzere Schlüssel möglich sind (192 Bit statt der derzeit üblichen 1024 oder 1536 Bit), und trotzdem für höchstmögliche Sicherheit gesorgt ist. Die heimische Verschlüsselungstechnologie sei nahe an militärischen Anforderungen, so Reissner und Österreich in Sachen eliptische Kurven Vorreiter.

Was sie kostet

Für die digitale Signatur fallen folgende Kosten an. Je nach Sicherheitsstufe und damit verbundener Einsatzmöglichkeit zwischen 14,50 (einfach) und 18 Euro/Jahr, die dazugehörige Karte 30 Euro/Jahr, ein Kartenlesegeräte (einmalige Anschaffungskosten 25 - 55 Euro), sowie einmalige Freischaltkosten von 12 Euro.

Wo was zu erstehen ist sowie die genauen Einsatzmöglichkeiten erfährt man bei a-trust. Die Gesellschaft A-Trust bietet Sicherheitssysteme im elektronischen Bankenverkehr und wurde 2000 als Kooperation heimischer Banken, Kammern und der Industrie gegründet (BA/CA, BAWAG, Volksbanken, P.S.K., TA, WKO etc.)

Autor: (rb)

Quelle: Telekom-Presse, 09.09.2004

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