Die inzwischen verstorbene Innenministerin Liese Prokop (ÖVP) hatte das IPOS/PAD (Integriertes polizeiliches Sicherheitssystem/Protokollieren-Anzeigen-Daten) getaufte System im Sommer vergangenen Jahres vorgestellt. Es würde die elektronische Aktenführung erleichtern und einen wesentlichen Schritt zur Verwaltungsvereinfachung bei der Polizei darstellen, hieß es damals. Tatsächlich ist es aber offenbar so kompliziert, dass die Aufnahme einer Anzeige selbst für geschulte Beamte zum "beinahe unüberwindlichen Problem" wird. Segall fordert den sofortigen Stopp des Systems und dessen Neukonzeption. Überhaupt sollten seine Kollegen von Verwaltungstätigkeiten befreit werden.
Das Innenministerium beschwichtigt und spricht von "Kinderkrankheiten". Die Fehler im System seien erkannt worden. Auch an den instabilen Datenverbindungen zu den über 100 Wiener Wachzimmern soll gearbeitet werden. Offen ist, wie lange die Probleme noch andauern werden. Mit den Problemen steht Österreich nicht alleine da. Auch die Kollegen jenseits der Grenze in Bayern ärgern sich mit ihrer Software herum.
Autor(en)/Author(s): (Daniel AJ Sokolov) / (uma/c't)
Quelle/Source: Heise online, 04.03.2007
