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Donnerstag, 9.04.2026
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Landeshauptfrau Mag. Burgstaller eröffnete das neue Bürgerinformationszentrum in der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg

Seit der Verwaltungsreform in den 90er Jahren ist der Salzburger Landesdienst auf dem Weg zu einer kundenorientierten Verwaltung, auf dem die Bezirkshauptmannschaft Tamsweg schon ein gutes Stück vorangekommen sei. Wie das vorläufige Ergebnis einer noch bis Ende August laufenden Bürger/innen-Befragung zeige, gehe es aus der Sicht der Kund/innen der Bezirkshauptmannschaft des Lungaues, die sich schon jetzt als solche fühlen, nicht um „Stärken und Schwächen", sondern bloß darum, welche Stärken besonders stark ausgeprägt sind. So gut wie alle Bereiche haben von durchaus kritikbereiten Befragten einen „Einser“ bekommen. Dies betonte heute, Dienstag, 16. August, Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller bei der Eröffnung des neuen Bürgerinformationszentrums der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg. „Verwaltungsreform bedeutet für die Mitarbeiter/innen nicht immer ein ‚reines Vergnügen'. Hinter der neuen Dienstleistungsqualität die beim Lungauer Bürger ‚sehr gut’ ankommt, steckt mehr als bloß die Arbeit, für die man bezahlt wird. Dahinter steckt sehr viel persönliches Engagement und das ehrliche Interesse am Kunden und an dessen legitimen Anliegen, und nicht bloß am papierenen Akt. Dahinter steht vor allem auch die soziale Kompetenz einer ganzen Behörde, die den Bürger/innen nicht als anonymer Apparat entgegentritt, sondern sich ihnen als Dienstleistungseinrichtungen öffnet", erklärte die Landeshauptfrau, die allen Mitarbeiter/innen der Bezirkshauptmannschaft, die sich als wichtige Imageträger für das Land Salzburg im Lungau und vor allem als menschlich und kompetent erwiesen haben, für deren Leistungen dankte.

Das neue Bürgerinformationszentrum sei, so Burgstaller, ein weiteres sichtbares Zeichen für noch mehr Bürgerfreundlichkeit, Kompetenz, Kundenorientierung und Modernität. Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Robert Kissela ergänzte dazu, dass rund 3.000 persönliche Anfragen pro Jahr im Eingangsbereich der BH die Notwendigkeit der Verbesserung des Bürgerinformationsbereiches der BH beweisen. Von einfachen Zuständigkeitsanfragen bis zu detaillierten Fachfragen in Verwaltungsabläufen müssen hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen vieles abdecken. Dies werde in Zukunft durch das neue Informationszentrum noch besser möglich sein. Unterstützt werde die Bevölkerung in diesem Bereich durch die Bereitstellung eines Internetplatzes, auf dem e-Government-Anträge oder Anfrage an andere öffentliche Institutionen gestellt werden können bzw. Gesetze, öffentliche Ausschreibungen, Arbeitsplatzinformationen oder Jobbörse Einsicht einzusehen sind.

Vorläufige Ergebnisse der Bürger/innen-Befragung

Aus dem vorläufigen Bericht über die Bürger/innen-Befragung, der vom Landesstatistischen Dienst unter der Leitung von Mag. Josef Raos erstellt wurde, geht unter anderem hervor, dass das grundsätzliche Verhältnis der Lungauer zu ihrer Bezirkshauptmannschaft völlig „unverkrampft" ist. Ziemlich genau der Hälfte (50,1 Prozent) der 1.100 Befragten, die sich an der Erhebung beteiligten, fühlt sich der BH gegenüber als Kunde/Kundin, der/die eine Leistung in Anspruch nimmt. Für weitere rund 44 Prozent, die mit der Bezirkshauptmannschaft zu tun haben, bedeutet dies einen ganz normalen Kontakt zwischen Bürger/in und einer Behörde. Lediglich etwas weniger als fünf von hundert Antwortenden haben das Gefühl, der Bezirkshauptmannschaft eher als eine Art Bittsteller gegenüberzutreten.

Die Beurteilung der Gruppen/Dienststellen der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg (nach dem Schulnotensystem von 1 (sehr gut) bis 5 (sehr schlecht), mit denen die Befragten zu tun hatten, fiel insgesamt äußerst positiv aus: Befragt nach dem Gesamteindruck, den die Dienststelle auf sie gemacht habe, vergaben mehr als zwei Drittel der an der Befragung teilnehmenden Bürger/innen (69,2 Prozent) die Idealnote 1 und rund ein Fünftel (20,1 Prozent) die Note 2. Lediglich knapp fünf Prozent gewannen einen offenbar nur gerade „befriedigenden" (Note 3) Gesamteindruck von der Gruppe/Dienststelle, mit der sie zu tun hatten, und gar nur eine/r von hundert Befragten sah sich zu einer Vier oder Fünf veranlasst. Als Durchschnittsnote ergibt sich daraus der ausgezeichnete Wert von 1,3 für den Gesamteindruck.

Die Beurteilung weiterer fünf Kriterien weicht nicht wesentlich vom Gesamteindruck ab: Dieselbe Durchschnittsnote (1,3) wie für den Gesamteindruck errechnet sich aus den Beurteilungen für das Kriterium „Verlässlichkeit, Einhaltung von Zusagen/Versprechen". Die Imagekomponenten „Kundenorientierte Einstellung" und „Zeiten für Kundenkontakte" werden jeweils nur um einen einzigen Zehntelpunkt schwächer eingestuft. Nur geringfügig ungünstiger als für den Gesamteindruck fielen die Bewertungen für die „Verständlichkeit schriftlicher Auskünfte und Bescheide" sowie für die „Verständlichkeit der Formulare" mit Durchschnittsnoten von jeweils 1,5 und rund 50 Prozent „sehr gut"-Benotungen aus, erläuterte Mag. Raos.

Mitarbeiter/innen menschlich und kompetent

Sogar noch eine Spur besser sind die Beurteilungen der Mitarbeiter/innen der Bezirkshauptmannschaft durch ihre Kunden: Die Durchschnittsbeurteilung der insgesamt neun vorgegebenen Kriterien variiert nur in dem engen Bereich von 1,2 bis 1,4, womit klar wird, dass von eigentlichen „Schwachstellen" nicht gesprochen werden kann, bestenfalls von Nuancen der Stärken der Bezirkshauptmannschaft bzw. ihrer Mitarbeiter/innen.

Besonders erfreulich ist, dass eine Mischung aus menschlichen und fachlichen Qualitäten die Rangreihe der Beurteilungen anführt: Mit Notendurchschnitten von jeweils 1,2 wurden die Kriterien Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft" (Note 1: 81,1 Prozent), „Gesprächskultur, Gesprächsführung" (Note 1: 78,0 Prozent) und die „fachlichen Fähigkeiten" (Note 1: 75,2 Prozent) bedacht. Ausdrücklich nur im Vergleich mit diesen Spitzenbewertungen gesehen, könnte man von einer etwas ungünstigeren Beurteilung der Kriterien „Geschwindigkeit der Erledigung", „Flexibilität" und „Terminisierung von Verhandlungen" sprechen, die es auf eine Durchschnittsnote von jeweils 1,4 brachten.

Die Einschätzung der „Erreichbarkeit der Mitarbeiter/innen" (bei persönlichen Vorsprachen bzw. bei telefonischen Kontakten) sowie der „Bereitschaft, sich voll und ganz für ein Anliegen einzusetzen", landete mit Noten von jeweils 1,3 im „Mittelfeld".

Kaum Gründe zu Beschwerden

Rund 13 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal (also „irgendeinmal" – nicht auf den Befragungszeitraum eingeschränkt) Grund zur Beschwerde über die Bezirkshauptmannschaft Tamsweg oder über einzelne Mitarbeiter/innen der BH gehabt zu haben. Drei Prozent der Befragten hatten sich dann auch tatsächlich beschwert, etwas mehr als zehn Prozent hatten von einer konkreten Beschwerde abgesehen. 82 Prozent erklärten definitiv, noch nie einen Grund für eine Beschwerde gehabt zu haben (knapp fünf Prozent beantworteten die Frage nicht).

Einige Einschätzungen hinsichtlich der infrastrukturellen Gegebenheiten der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg lassen erkennen, dass die Kundinnen und Kunden der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg – da, wo es ihnen angebracht erschien – durchaus auch kritischere Urteile abgeben können. Ein mit der Dienststellen- und Mitarbeiterbeurteilung vergleichbares Zeugnis stellen die Befragten dem Bürogebäude, den Büroräumen nur bezüglich dreier Kriterien aus: Jeweils mehrheitlich mit Note 1 bedacht werden nur die „Sauberkeit im Gebäude, in Büros" (Note 1: 79 Prozent; Durchschnittsnote 1,2), die „Beschilderung, das Wegweisersystem im Gebäude (Note 1: 67 Prozent; Durchschnitt: 1,3), sowie die „Größe / Ausstattung / Atmosphäre der Büroräume" (Note 1: 53 Prozent; Durchschnitt: 1,5). Deutlich „sparsamer" mit der Vergabe der Bestnote wird bereits bei der Beurteilung der "Atmosphäre, der Freundlichkeit des Gebäudes" (nur 45 Prozent Note 1) umgegangen, was sich in einem Notendurchschnitt von 1,7 niederschlägt. Mit den „Parkmöglichkeiten" sind gar nur noch rund ein Fünftel der Befragten „sehr" zufrieden und fast die Hälfte vergibt hier Noten zwischen einer Drei und einer Fünf, was zu einem Notendurchschnitt von 2,6 führt.

Auch die relativ schwachen Durchschnittsnoten, welche die „Sanitäreinrichtungen für Besucher" (1,9) und die „Behindertengerechte Ausstattung" (2,1) erzielen, lassen auf gewisse Defizite in diesen Bereichen schließen.

Quelle: Salzburg.at, 16.08.2005

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