Zum ersten Mal werde dabei auch eine telemedizinische Systemlösung unterstützt, die nicht vorrangig in der Behandlung von Patienten, sondern für die Gesundheitsprävention genutzt werde, sagte Seidel. Für das Projekt zur medizinischen Fernüberwachung von Probanden mit bestimmten Gesundheitsrisiken würden rund 597 000 Euro bereitgestellt.
Dafür werde das Rostocker Institut für Präventivmedizin gemeinsam mit Wirtschaftspartnern ein neues Geräte- und Übertragungssystem entwickeln, kündigte Projektleiterin Regina Stoll an. Dazu würden die Patienten auf freiwilliger Basis zum Beispiel während ihrer Berufsausführung, in der Freizeit oder beim Sport mit speziellen Sensoren ausgestattet, die Parameter zu Herz-, Gefäß- und Lungenfunktionen kabellos an einen mobilen Mikrocomputer übertragen. Der Mikrorechner werde anschließend alle Messergebnisse an eine medizinische Datenbank in Echtzeit senden soll. Bei Bedarf könne der behandelnde Arzt dann sofort eingreifen, sagte Stoll.
Weitere 150 000 Euro fließen in die Entwicklung eines mobilen teledermatologischen Diagnose- und Überwachungssystems für Patienten mit chronischen Hauterkrankungen. Die Betroffenen würden mit bedienungsfreundlichen Kamerahandys ausgerüstet, mit denen zum Beispiel regelmäßig Fotos von Wunden an offenen Beinen übertragen werden könnten, sagte der Chef der Greifswalder Klinik für Hauterkrankungen, Michael Jürgen. Häufige, meist aufwendige und kostspielige Besuchstermine beim Arzt würden auf diese Weise vermieden.
Nach Angaben von Minister Seidel spielt das Flächenland Mecklenburg-Vorpommern im Bereich der Telemedizin inzwischen eine Vorreiterrolle in Deutschland. Neue Lösungen zum Beispiel auf dem Gebiet der Hausarztbehandlung, in der Augenmedizin, in der Diabetesbehandlung sowie telemedizinische Verbundlösungen von Krankenhäusern seien inzwischen auch von anderen Bundesländern und medizinischen Einrichtungen im Ausland übernommen worden.
Das Land fördert entsprechende Forschungsprojekte mit kleinen und mittelständischen Unternehmen bis zum Jahre 2013 mit 155 Millionen Euro. Bislang wurden bereits 21 Projekte mit 25,8 Millionen Euro unterstützt. Nutznießer ist zum Beispiel die Neubrandenburger Firma Infokom. Sie entwickelte ein telemedizinisches Diabetesüberwachungssystem, das inzwischen auch fünf Krankenhäuser in China übernahmen.
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Quelle/Source: Yahoo, 20.04.2009
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