Im Jahr 2000 war begonnen worden, für das elektronische Stadtinformationssystem Bremen.online eine neue Betreiberform zu suchen. So war die Gründung einer bremen.online GmbH & Co. KG als Betreibergesellschaft beabsichtigt. Hierfür sollte ein privater Partner eingeworben werden, der zunächst 49,9 % des Kommanditkapitals übernimmt, später weitere 25%. Ein wesentliches Ziel war mittelfristig die Kostenfreiheit des Betriebs für die Freie Hansestadt Bremen.
Zunächst haben neun Bewerber Interesse an der Privat Public Partnership gezeigt und Teilnahmeanträge abgegeben. Vier Bewerber wurden ausgewählt, mit denen Verhandlungen aufgenommen werden sollten, davon sagten zwei wieder ab. Mit den beiden übrigen Bewerbern sind bis Ende des Jahres 2001 intensive Verhandlungen geführt worden. Beide Bewerber haben in ihrem abschließenden Angebot ohne einen Kaufpreis zu bieten - hohe finanzielle Forderungen gestellt, die aus wirtschaftlicher Sicht ein Entgelt für den Betrieb des Stadtinformationssystems darstellen. Das Vergabeverfahren konnte daher nicht erfolgreich abgeschlossen werden.
Nach dem Scheitern der Verhandlungen wurde ein Weg zu gesucht, der die Weiterentwicklung des Stadtportals und seine Steuerung durch die Freie Hansestadt Bremen sicherstellt, der die Einnahmen verbessert und Perspektiven für die Einbeziehung privater Partner eröffnet. Dieser Weg ist nun in der Gründung einer städtischen Gesellschaft gefunden worden. Die Gesellschaft treibt zwar die Kommerzialisierung von bremen.online voran, aber unter der Steuerung der Freien Hansestadt Bremen.
Hauptvorteil der Gründung einer eigenen Gesellschaft ist, dass sie die spätere Aufnahme privater Partner als Gesellschafter ermöglicht. Außerdem kann die Gesellschaft bei der Personalbeschaffung flexibler vorgehen. Eine private Rechtsform entspricht sehr wahrscheinlich auch dem Verständnis der künftigen Kunden. Vorgeschlagen wurde dem Senat eine schlanke GmbH, die nur einen kleinen Teil der Wertschöpfungskette eines Portals abdeckt. Dieser Teil umfasst die Informationsbereitstellung und die Vermarktung des Systems, jedoch nicht die Erzeugung von Informationen und den Betrieb der Plattform.
Für den öffentlichen Bereich müssen die Betriebskosten von der Verwaltung getragen werden. Die Verwaltung kann jedoch Synergieeffekte zu ihren internen Prozessen erzielen, wozu aufgrund der vielen vergleichbaren Projekte eine gute Gelegenheit besteht. Dies betrifft vor allem Projekte im Bereich Content Management , aber auch Workflow-Projekte bis hin zur Integration von Call-Centern für öffentliche Dienstleistungen.
Zwischen diesen Projekten ist ein Informationsmanagement auch auf technischer Ebene - relativ leicht herzustellen, wenn Struktur und inhaltliche Qualität von bremen.online dauerhaft gewährleistet sind. Diese Dauerhaftigkeit erlaubt es Dritten, mit bremen.online zu kooperieren, so dass die Qualität, insbesondere bei den Inhalten (Content) und auch die Wirtschaftlichkeit nachhaltig gesteigert werden können.
Quelle: Email-Info Nr. 6/2002, Der Senator für Finanzen der Hansestadt Bremen (Hg.): Informationen zur Verwaltungsreform
