eGovernment, was ist das denn?, wundert sich Rudolf Schütz, als er ins Rathaus will und nicht hinein kommt. Grund: Gestern und heute findet der Kongress eGoverment ante portas in Bremen statt, und da dreht sich unter dem Untertitel Vom Modetrend zur Nachhaltigkeit alles um die Vernetzung per Internet von Bund, Ländern und Kommunen. Das soll den Bürgern das Leben per Mausklick leichter machen und beispielweise beim Umzug, bei Geburten oder einer Kfz-Meldung manchen Gang ersparen. Bremen leistet da schon kräftig Pionierarbeit.
Zur Vorgeschichte: Media@Komm ist eine Initiative der Bundesregierung, um die Entwicklung und Anwendung von Multimedien in Städten und Gemeinden gezielt zu unterstützen. Dienste und Anwendungen zwischen öffentlicher Verwaltung, Bürgern und Wirtschaft sollen per Mausklick und rechtsverbindlich effizient geleistet werden. Hierzu wurde 1998 ein Städtewettbewerb initiiert, an dem sich 136 Städte und Gemeinden mit ihren Konzepten beteiligten. Die drei Preisträger: Bremen, Esslingen und der Städteverbund Nürnberg. Seitdem hat sich in Bremen schon weiter viel getan, wie jetzt auf der dritten Konferenz zum eGovernment zu hören war.
Bei dem Treffen handelt es sich um eine Drehscheibe für den Austausch von Menschen mit praktischem Interesse, wie Senatsdirektor Henning Lühr von der Finanzbehörde hervorhob. 250 Teilnehmer, vorwiegend aus Norddeutschland, hatten sich angemeldet, um mehr über intermediale Netzwerke, Nutzeranwendungen und Umsetzungen in ihrem Berufsfeld zu erfahren. Laut Expertenmeinung gibt es eine kleine Vorreiterspitze, die ins bundesdeutsche Internet weist, ein großes Feld von Mitmachwilligen sowie weiße Flecken in Süddeutschland und den neuen Bundesländern.
Aber, so Gisela Schellach vom Senator für Finanzen, die Bremer Erfahrungen und andere Konzepte zeigen den richtigen und Länder-übergreifenden Weg. In Bremen gibt es inzwischen viele Dienstleistungsangebote, die per Internet erledigt werden können. Antragsverfahren beim Amt für Stadtplanung, den Entsorgungsbetrieben, der Zulassungsstelle oder der Hochschule Bremen gehören dazu. Auch das Stadtamt, die Stadtbibliothek oder das Standesamt machen mit. Natürlich auch die Bremer Tageszeitungen AG oder swb Enordia. Einen besonderen Erfolg, so Gisela Schellach, haben die öffentlichen Ausschreibungen und die Jobbörse zu verzeichnen. Hier surfen inzwischen auch viele überregionale Besucher.
Wer mehr wissen möchte, wende sich unter www.mediakomm.net an die Experten oder wähle www.bremen/finanzsenator und www.bremen.deverwaltungsreform. Über aktuelle Entwicklungen wird unter www.bremen.deabo.login.jsp informiert.
Quelle: Weser Kurier
