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Transforming Government since 2001
Für das Versorgungsamt Bremen begann in dieser Woche eine neue Ära: in Anwesenheit von Karin Röpke, der Bremer Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales, Vertretern der bremischen Ärztekammer, des Versorgungsamtes sowie von Dr. Stephan Klein, dem Geschäftsführer von bremen online services GmbH & Co. KG (bos KG), wurde die elektronische Kommunikation zwischen dem Versorgungsamt und den Ärzten gestartet. Sie ermöglicht eine schnellere und kostengünstigere Bearbeitung von Anträgen auf die Feststellung von Schwerbehinderungen. Möglich wird dies durch den Einsatz der E-Government-Middleware Governikus sowie der Kommunikationskomponente Govello der bos KG. Governikus sorgt für den sicheren Transport der Daten, Govello ist die Software für die Erstellung von Nachrichten und das Einfügen von Dokumenten – ähnlich einer E-Mail-Software.

Bisher forderten die Sachbearbeiter des Versorgungsamtes die Arztunterlagen elektronisch bei der ID Bremen, dem IT-Dienstleister der bremischen Verwaltung, an. Dort wurden die Anforderungen einmal wöchentlich ausgedruckt und auf dem Postweg an die Arztpraxen verschickt – pro Jahr 30.000 bis 40.000 Mal. In den Praxen entstand wiederum neben den Materialkosten ein hoher zeitlicher Aufwand für das Zusammenstellen, Ausdrucken und Versenden der Unterlagen, je nach Umfang 30 bis 45 Minuten pro Vorgang. Die elektronische Kommunikation sorgt dafür, dass dies zukünftig in 10 bis 15 Minuten erledigt ist.

Die Bearbeitung wird auch dadurch beschleunigt, dass die Berichtsanforderungen nun täglich verschickt werden und beim Versorgungsamt eingehende Dokumente sofort an die richtige Stelle weitergeleitet werden.

Den Praxen entstehen dabei, neben den einmaligen Ausgaben für die Anschaffung einer Signaturkarte sowie eines Kartenlesegerätes, keine weiteren Kosten, denn die Kommunikationssoftware Govello wird von der Stadt Bremen zur Verfügung gestellt.

Beim Start dieses Pilotprojektes sind zunächst sechs Bremer Arztpraxen in das neue Verfahren eingebunden, langfristig sollen 1.500 Praxen in Bremen beteiligt werden. Es ist Teil des EU Projekts „CERTISERV“, in dessen Rahmen zukunftsweisende E-Government-Szenarien in den drei Städten Bremen, Bologna (Italien) und Sheffield (Großbritannien) entwickelt werden sollen. In Sheffield wird der englischsprachige Govello z.B. für die Beteiligung von Bürgern bei der Stadtplanung eingesetzt, in Bologna werden u.a. Angebote bei öffentlichen Ausschreibungen elektronisch übermittelt.

Autor: Kerstin Sprock

Quelle: Pressebox, 27.01.2006

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