Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) verabschiedet sich von der papiergebundenen Bearbeitung und startet unter dem Dach der von der Bundesregierung angestoßenen Initiative BundOnline 2005 in das Thema E-Government. In einem Pilotprojekt wird zunächst das Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel (gemäß §15 PflSchG) vollständig elektronisch realisiert. Die Antragstellung inklusive elektronischer Signatur und die Abwicklung des Zahlungsverkehrs für die anfallenden Gebühren werden künftig online möglich sein. Auch die Antragsbearbeitung und Aktenführung im BVL erfolgen dann vollkommen IT-gestützt - ebenso wie die Kommunikation mit den externen Prozessbeteiligten, also Antragstellern und Bewertungsbehörden. Den Zuschlag für das dafür erforderliche IT-System für die Vorgangsbearbeitung erhielt das Software- und Beratungshaus MACH® mit der Software Web InformationManager (WIM). Begleitet wird das Projekt durch die BGS Beratungsgesellschaft Software Systemplanung AG. Das neue System ermöglicht es dem BVL, Antragsverfahren elektronisch zu bearbeiten. Dieses bringt für alle Beteiligten deutliche Vorteile. Liege- und Laufzeiten können reduziert werden, eine parallele Bearbeitung durch unterschiedliche Beteiligte wird ermöglicht. Kommunikationswege werden beschleunigt und vereinfacht und damit der administrative Aufwand des Verfahrens der Pflanzenschutzmittelzulassung verringert. Außerdem wird die Umsetzung dieses Projektes die Arbeit der Behörde transparenter machen.
In der ersten Ausbaustufe sollen zunächst rund 90 Arbeitsplätze im Antragsverfahren Pflanzenschutzmittel mit der Software ausgestattet werden. Diese Arbeiten werden bis Oktober 2005 soweit abgeschlossen sein, dass vom 31. Oktober 2005 an das Pilotprojekt mit wenigen ausgewählten Antragstellern - u. a. den Unternehmen BASF und Bayer - gestartet werden kann. Ab Mitte 2006 soll das Angebot für alle Antragsteller zur Verfügung stehen.
Das Projekt leitet die behördenweite Einführung eines Vorgangsbearbeitungssystems (VBS) nach dem so genannten DOMEA®-Konzept (Dokumentenmanagement und elektronische Archivierung in der öffentlichen Verwaltung) ein. Mit dem WIM hat sich die BVL für eine Software entschieden, die im Oktober 2004 bei der DOMEA-Zertifizierung durch die Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBSt) das beste Prüfergebnis der insgesamt elf zertifizierten Lösungen erzielt hat.
Quelle: PresseBox, 08.06.2005
