Das deutsche Heer soll erstmals ein einheitliches mobiles Führungsinformationssystem bekommen. Zwei entsprechende Verträge mit der wehrtechnischen Industrie im Gesamtvolumen von mehr als 420 Millionen Euro wurden am Donnerstag im Bundeswehr-Amt für Informationstechnik und -management [IT-Amt] in Koblenz unterzeichnet. Bis 2012 sollen Gefechtsstände, Panzer und andere Fahrzeuge mit einem einheitlichen mobilen Computernetzwerk ausgestattet werden, das Daten über Funk austauscht, wie das Amt mitteilte.
Bis jetzt gebe es nur "Einzellösungen". "Es ist zum Beispiel ein Schritt weg von der alten Karte an der Wand hin zum elektronischen Bildschirm", sagte ein Sprecher des Amtes.
Mit dem vorerst gescheiterten Projekt "Herkules" zur Privatisierung und Modernisierung der IT-Technik der Bundeswehr habe das neue System nichts zu tun, betonte der Amtssprecher.
Neuanlauf für IT-Reform der Bundeswehr
Testlauf bis 2006
Für den Einsatz des neuen Informationssystems sollen über das Koblenzer Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung auch neue Fahrzeuge für knapp 160 Millionen Euro beschafft werden.
Die Erprobungsphase für das neue Computersystem läuft nach Angaben des IT-Amtes bis Anfang 2006. Die Ausstattung des Heeres soll im Herbst 2006 beginnen.
Quelle: futureZone, 09.12.2004
