In einem Schreiben vom 11. April teilt die Behörde den Antragstellern nun mit, dass "im Lichte der tatsächlichen Antragssituation" keine Lösungsmöglichkeit für die Frequenzzuteilung besteht. Daher will die Bundesnetzagentur nun ein so genanntes Vergabeverfahren in Gang bringen und die Bedingungen dafür bis zum Sommer festlegen. Zuvor muss die Behörde gemäß Telekommunikationsgesetz die "betroffenen Kreise" – sprich die Antragsteller – anhören. Noch im Herbst sollen dann die Frequenzen vergeben werden.
Um dem Nachfrageüberhang zu begegnen, ist es wahrscheinlich, dass die Bundesnetzagentur im neuen Vergabeverfahren konkret benannte abgegrenzte Regionen ausschreiben wird. Der Zuschnitt dieser Areale kann sich dabei nach Auskunft des Leiters der Pressestelle der Bundesnentzagentur, Rudolf Boll, nicht nach Stadt- oder Landesgrenzen richten, sondern muss unter "frequenzökonomischen" Gesichtspunkten erfolgen und topographische Gegebenheiten berücksichtigen.
Derzeit ist der Regulierer nicht befugt, die Namen der Wimax-Aspiranten zu veröffentlichen. Dem stehe der Schutz des Geschäftsgeheimnisses entgegen, erläuterte Boll. Die Behörde prüfe jedoch, ob die Antragsteller später bekanntgegeben werden können, da dies den Marktteilnehmern ermöglichen würde, untereinander zu kooperieren. Vorige Woche hatte der Medienkonzern Holtzbrinck sein Interesse an Wimax-Lizenzen bekundet. Abhängig von den Ergebnissen seines Pilotversuchs in Würzburg überlegt der Konzern, zu dem mehrere Regionalzeitungen zählen, den Breitbandfunk als zusätzlichen Vertriebsweg für seine Inhalte zu etablieren.
Autor: (ssu/c't)
Quelle: Heise online, 13.04.2006
