Die Durchdringung mit Informations- und Kommunikationssysteme ist in Deutschland im Bildungssystem und Gesundheitswesen ungenügend. In Dänemark stand bereits vor zwei Jahren in den Sekundarschulen auf jeder Schulbank ein PC mit Internetanschluss. Demgegenüber mussten sich in Deutschland 14 Sekundarschüler einen PC teilen und auf jeweils 25 Schüler kam ein Internetzugang. Während es in Großbritannien, Schweden und Finnland kaum noch eine Arztpraxis ohne Internetanschluss gibt, arbeiten in Deutschland immer noch 55% aller Allgemeinmediziner völlig offline. Lediglich 6% der deutschen Allgemeinmediziner nutzen den PC für den Austausch von Patientendaten. Dies sind die Ergebnisse einer internationalen Studie, die der Branchenverband BITKOM heute in München vorgestellt hat.
Bernhard Rohleder, BITKOM- Geschäftsführer: "Damit bilden wir das Schlusslicht in Europa, hinter Irland, Portugal und Griechenland." In deutschen Praxen und Krankenhäusern werden Daten weiterhin überwiegend von Hand eingegeben und konventionell übermittelt. Das ist kostenintensiv und fehleranfällig und bedeutet vor allem Umsatzeinbußen für die Hardware-Branche, die der BITKOM vertritt. Die medizinische Versorgung ließe sich deutlich verbessern, wenn ein einheitlicher Informations- und Kommunikationsstandard im Gesundheitswesen eingeführt würde. Dieser Standard würde von Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken und Krankenversicherungen eingesetzt. Die Gesundheitskarte ist nach BITKOM-Ansicht ein wichtiger Teil eines solchen Programms und deshalb würden diese Themen mit ins Zentrum der aktuellen gesundheitspolitischen Überlegungen gehören.
Quelle: de.internet.com
