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Transforming Government since 2001
Kritikarme Nutzerschaft will vor allem Notfalldaten sichern

Entgegen vieler Erwartungen und der Skepsis, die neuer Technik oft entgegen gebracht wird, will einer Umfrage zu Folge eine überwältigende Mehrheit der Deutschen die elektronische Gesundheitskarte nutzen. 93 Prozent der dabei befragten Bundesbürger planen, persönliche medizinische Daten auf der Karte speichern zu lassen, etwa die Blutgruppe. Die bisherigen Versicherten-Karten bieten diese Funktionen nicht. Deutlich geringer ist die Zustimmung allerdings, wenn es um das Speichern von Behandlungen und Erkrankungen geht.

Nur 5 Prozent der Deutschen lehnen die neue Option ab, 2 Prozent sind sich unsicher. Das hat eine Erhebung von Forsa im Auftrag des Bitkom ergeben. 1001 Bürger ab 18 Jahren wurden repräsentativ befragt. Sowohl im Westen als auch im Osten ist die Zustimmung fast gleichermaßen hoch. Im Westen wollen 93 Prozent der Bürger Daten auf der Karte speichern, im Osten sind es 91 Prozent.

Groß ist das Interesse an der optionalen Datenspeicherung besonders bei vermeintlichen Notfalldaten wie der Blutgruppe. Insgesamt 90 Prozent der Deutschen wollen sie speichern. Bei Impfungen sind es 84 Prozent, bei Medikamenten 78 Prozent, bei Rezepten 66 Prozent und bei Erkrankungen 62 Prozent.

Geplant ist die flächendeckende Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte für das zweite Quartal 2008. Sie ersetzt die bisherigen Chipkarten der Versicherten. Im ersten Schritt bleibt scheinbar alles wie bisher, die einzige sichtbare Änderung ist ein biometrisches Lichtbild. Erst beim weiteren Ausbau des Systems soll es möglich sein, medizinische Daten zu speichern, was allerdings freiwillig sein soll. Außerdem soll der Besitzer der Karte entscheiden, welcher Arzt die Daten nutzen darf.

Sollen Daten von der Karte abgerufen werden, greifen mehrere Schutzmechanismen. Zum einen muss sich der Arzt mit seinem elektronischen Heilberufsausweis beim Lesegerät anmelden, zum anderen muss sich der Patient direkt mit seiner Gesundheitskarte anmelden. Darüber hinaus ist es erforderlich, dass beide ihre persönliche PIN-Nummer eingeben - wie bei einem Geldautomaten. Ausgenommen davon sind die so genannten Notfalldaten.

Krankenkassen haben hingegen keinen Zugriff auf die gespeicherten Informationen. Seitens der Ärzteschaft gibt es teilweise vehemente Widerstände und Kritik an der elektronischen Gesundheitskarte. Befürchtet wird eine empfindliche Störung des Arzt-Patienten-Verhältnisses, verfassungsrechtliche Bedenken, Datenschutzsorgen und vor allem die Befürchtung, dass es zu noch mehr Bürokratie kommt und die eigentlich angedachten finanziellen Einsparungen gar nicht eintreffen bzw. sich ins Gegenteil verkehren.

Autor(en)/Author(s): (ip)

Quelle/Source: Golem, 30.10.2007

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