Wer in den Vereinigten Arabischen Emiraten Auto fahren will, muss sich in Zukunft einer strengen Überwachung unterordnen. IBM hat einen 125 Millionen Dollar schweren Auftrag für den Bau einer Verkehrs-Überwachungsanlage in dem Land erhalten. Dabei werden alle Autos mit kleinen Blackboxes, vergleichbar mit jenen für Flugzeuge, ausgerüstet, die Daten über das Auto und die Fahrweise speichern sollen.
Die Box misst die aktuelle Geschwindigkeit des Autos und vergleicht diese mit dem lokalen Tempolimit. Wird dieses überschritten, wird der Fahrer gewarnt.
Aber auch die Fahrweise des Lenkers wird überwacht und in Echtzeit an die zuständige Regierungsstelle übermittelt, damit diese schnell und effektiv auf Probleme reagieren könne, so ein Sprecher von IBM.
Erste Tests sollen Anfang nächsten Jahres stattfinden, die Boxen selber dann im Laufe des Jahres ausgeliefert werden. Der Vertrag läuft auf vier Jahre.
"Intelligente" Autos auf dem Vormarsch
RFID, Bluetooth und Sprach-Software
Zum Einsatz kommen für die Lokalisierung das Navigationssystem GPS, für die Datenübertragung neben den Mobilfunktechnologien GPRS und GSM auch Bluetooth und optional sollen Funkchips [RFID] für die Fahrer-Erkennung eingesetzt werden können. Auch IBMs Sprach-Software Via Voice ist integriert.
Die Autofahrer in den Vereinigten Arabischen Emiraten sorgen laut Studien für eine der weltweit schlechtesten Unfallbilanzen. Demnach wird alle zwei Stunden eine Person im Straßenverkehr verletzt, durchschnittlich alle 15 Stunden soll ein Mensch auf den Straßen zu Tode kommen, zitierte IBM entsprechende Studien.
Laut IBM ist der Deal einer der größten in der Geschichte der automobilen Informationstechnologie. Er wurde zwischen IBMs On Demand Team und CERT Telematics, der Forschungsabteilung des Centre of Excellence for Applied Research and Training in Dubai abgeschlossen.
CERT will Zehntausende der Geräte in den Emiraten ausliefern. Gespräche über ähnliche Projekte sollen auch mit Saudi Arabien und Kuwait laufen.
Quelle: futureZone, 17.04.2005
