Erst wurde das Internet als Spinnerei belächelt. Dann wollten alle dabei sein, und die Zahl der Websites wuchs und wuchs und wuchs. Auch die öffentliche Hand entdeckte mit der Zeit das Internet, denn es ist gut geeignet, um standardisierte Informationen unter die Leute zu bringen. Zudem böte es ungeahnte Möglichkeiten, Verwaltungsabläufe für die Bürger einfacher zu machen: Ausweise bestellen, Umzugsdaten melden oder gar abstimmen und wählen - Ideen gibt es zu Dutzenden. Wer sucht, der findet etwas
Eine Website zu erstellen ist mit den heutigen Programmen fast ein Kinderspiel. Also machen das auch alle, die Lust dazu haben. Und weil es so einfach ist, eine Site zu bauen, gibt es mindestens so viele Modelle, wie es öffentliche Gemeinwesen gibt. Die Folge: Der Bürger, der etwas sucht, klickt sich durch ein halbes Dutzend Seiten oder mehr und findet vieles - nur nicht immer das, was er gesucht hat.
Hinzu kommt, dass die Qualität der Seiten höchst unterschiedlich ist. Das zeigte zum Beispiel eine Studie der ConsultingWorld AG (Zug) mit dem Titel «eGovernment Schweiz» (vgl. SN vom 10. Juni 2002). Eine Site, die zeigt, wie man es nicht machen sollte, ist zum Beispiel der Internetauftritt des Bundes (www.admin.ch): Zwar voller Informationen, aber furztrocken. Dazu mit einer Suchmaschine, die zwar eine Unzahl von Treffern liefert, deren Gehalt aber überhaupt nicht ersichtlich ist, bevor man alle angeklickt hat. Ein Gegenbeispiel liefert etwa der Kanton Basel-Stadt.
Besser vernetzen
Wie erwähnt, ist aber die Fülle der Webauftritte für die Benutzer schwieriger zu meistern. Unter dem Titel www.ch.ch wird nun versucht, das zu verbessern. Die Idee: Wer aus Bund, Kanton oder Gemeinden etwas sucht, muss nur noch www.ch.ch anklicken. Von dort aus wird man dann weiterverlinkt. Wer etwa einen Fahrzeugausweis braucht, klickt auf den Link «Auto» oder gibt den Suchbegriff ein. Dann wird er weitergeführt, bis er auf dem richtigen Amt landet.
So weit, so gut. Allerdings kann die jetzt eben erst angelaufene Testphase noch wesentlich verbessert werden. Das Ganze ist noch langweiliger gestaltet als www.admin.ch. Text, Text und nochmals Text. Und am Schluss landet man dann, weil www.ch.ch lediglich bestehende Sites verlinkt, doch auf den jeweiligen Sites der Kantone oder Gemeinden. Aber man kann ja hoffen. Ideal wäre es, wenn es dereinst einheitlich gestaltete Plattformen gäbe, damit die geplagten Benützer nicht jedes Mal zuerst die Struktur der Seiten ergründen müssten. Ein komplettes E-Mail-Verzeichnis müsste auch zu diesem Standard gehören. www.ch.ch ist bis jetzt eine gute Idee - mehr nicht.
Quelle: Schaffhauser Nachrichten
