Für die Betreiber - die Stadt Wien, Siemens und die Mobilkom Austria - ist das ein voller Erfolg, wie es am Mittwoch bei einem Pressegespräch hieß. Die Pflicht, beim Handy-Parken in der Kurzparkzone die Auto-Abstellzeit per Parkscheibe anzeigen zu müssen, soll demnächst entfallen. Die Stadt Wien habe mit m-parking eines der größten E-Government-Projekte Österreichs erfolgreich umgesetzt, sagte der Wiener Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder (S). Die Zahl der 60.000 Kunden, die m-parking regelmäßig nutzen, sei respektabel.
Seit dem Start im Oktober 2003 seien bisher 2,5 Mio. Parkscheine für insgesamt 2,7 Mio. Stunden mit dem Handy bezahlt worden, zuletzt wurden im Mai mehr als 160.000 mobile Parkscheine gelöst. m-parking sei als moderne Alternative zum bewährten Parkschein-System und daher nicht als künftiger vollkommener Ersatz von Parkscheinen zu sehen, das System sei auch eine Generationsfrage und solle keine Zwangsbeglückung sein, so Rieder.
Im Vorjahr habe die Stadt Wien 1,2 Mio. Euro an Einnahmen aus mobilen Parkscheinen erzielt, berichtete Rieder. Wien hat in die Entwicklung des Systems und den Betrieb für insgesamt zehn Jahre eine Summe von 8,6 Mio. Euro investiert. Dass sich der Parkschein durch die Kosten für das entsprechende SMS verteuert, hält Mobilkom Austria-Generaldirektor Boris Nemsic für vertretbar. Der Zeitgewinn - beim m-parking entfällt der Kauf eines Parkscheins - rechtfertige die Kosten für ein SMS, die zwischen 1 und 10 Cent lägen, sagte Nemsic. Außerdem werde der Kunde durch Bestätigungs- und Verlängerungs-SMS im Gegenzug gratis mit SMS versorgt.
Mit der Gesetzesänderung in der Straßenverkehrsordnung, die bereits im Nationalrat beschlossen worden und deren Verordnung in wenigen Wochen oder Monaten zu erwarten sei, soll künftig die anachronistische Pflicht für Autofahrer entfallen, beim m-parking mit einer Parkscheibe hinter der Windschutzscheibe die Auto-Abstellzeit anzuzeigen, sagte Rieder. Die Möglichkeit des m-parking werde es künftig im Zuge der Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung in Wien auch rund um die Stadthalle geben.
m-parking wird derzeit in zwölf österreichischen Städten - Amstetten, Bludenz, Bregenz, Gleisdorf, Kitzbühel, Krems, Mödling, Stockerau, St. Pölten, Tulln, Wels und Wien - angeboten. Mit weiteren Städten - etwa Graz und Linz - sei man in laufenden Verhandlungen über die Einführung von mobilen Parkscheinen, berichtete Nemsic. Pro Monat würden derzeit zwischen Bregenz und Wien rund 200.000 mobile Parkscheine ausgefüllt.
Quelle: Vorarlberg Online, 01.06.2005
