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Die elektronische Unterschrift auf der so genannten Bürgerkarte sollte dem elektronischen Behördenverkehr (eGovernment) zum Durchbruch verhelfen. Jetzt ist die zentrale Abwicklungsstelle für digitale Signaturen, A-Trust, so gut wie pleite, die Zukunft ungewiss.

Im September des Vorjahres versuchten die A-Trust-Manager noch mit politischer Schützenhilfe in einem letzten Aufbäumen, die Bevölkerung für die elektronische Unterschrift zu begeistern. Jede Maestro-Bankomatkarte sollte eine Bürgerkarte mit einer digitalen Unterschrift werden. Aus der Kooperation mit einer großen Elektronikkette versprach man sich 200.000 Nutzer. Bis heute haben gerade einmal 70.000 die digitale Unterschrift, hauptsächlich Unternehmen, nicht Private. Als Grund gilt: Nutzen unklar, Prozedere viel zu kompliziert, zu teuer für Private.

Jedenfalls ist A-Trust in ernsten Schwierigkeiten. Und das mit so prominenten Gesellschaftern wie Bawag/PSK, BA CA, Raiffeisen, Nationalbank, Telekom Austria und Wirtschaftskammer. Auch eine mehrstündige Krisensitzung am Freitag brachte keine Lösung, für Montag wurde eine weitere Sondersitzung anberaumt. A-Trust ist überschuldet, genaue Angaben machte das Unternehmen nicht. Zeitungsberichten zufolge soll das Unternehmen mit 5,4 Millionen Euro in der Kreide stehen.

Die Banken-Tochter hat de facto eine Monopolstellung in der Zertifizierung, ist aber nicht der einzige von der Telekom-Regulierungsbehörde zugelassene Zertifizierungsdienst. Auch der Verein Arge Daten, die Energie Control, Generali IT Solutions, das Magistrat der Stadt Wien, Trosoft und XiCrypt sind befugt. Andere Unternehmen haben ihre Dienste bereits eingestellt.

Autor: (uru)

Quelle: OÖNachrichten, 28.01.2006

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