Die Bürger können sich die Formulare dann herunterladen und Behördengänge ersparen. Ausgefüllte Formulare muss man vorerst noch per Post oder persönlich den Verwaltungen zukommen lassen, weil in den allermeisten Fällen eine Unterschrift erforderlich ist. Und da trotz aller modernen Technologien das Problem der Unterschrift im Internet noch nicht gelöst ist, "wird es wohl noch mindestens fünf Jahre dauern, bis man Formulare dann auch, mit einer rechtlich abgesicherten digitalen Signatur versehen, auf dem Datenweg zurückschicken kann", sieht es Franz Novotny vom Landratsamt.
"Wir gehen davon aus, dass die Bürger diesen Service trotzdem jetzt schon gut annehmen, denn es ist einfach der Trend, dass immer mehr Dinge online erledigt werden und die Berührungsängste vor allem in der jüngeren Generation immer weniger werden", betont Novotny. "Das ist die Zukunft, auch wenn es anfangs vielleicht noch etwas zögerlich in Anspruch genommen wird." Laut Franz Novotny gehen junge Menschen rein statistisch ohnehin nur noch 1,8 Mal im Jahr zur Behörde, "umso wichtiger ist in Zukunft der Datenweg".
"Das Angebot, dass wir im Verbund aller Kommunen im Landkreis bekommen haben, ist extrem günstig. Auf die Gemeinden kommt etwa nur ein Viertel der Kosten zu, die sie sonst bei Einzelanschaffung hätten zahlen müssen", so Novotny. Die derzeit sicher nicht sehr hohen finanziellen Schmerzgrenzen der Gemeinden würden da nicht überschritten.
Die einmaligen Beteiligungskosten, die sich nach den Einwohnerzahlen der Kommunen richten, hätten zum Beispiel im Fall der Gemeinde Tacherting 1250 Euro betragen. Dazu kämen jeweils jährliche Pflege- und Wartungskosten von rund 200 Euro.
"Wir sind sehr froh, dass dieses attraktive Angebot auf so gute Resonanz gestoßen ist", sagt Franz Novotny. 33 von 35 Städten und Gemeinden im Landkreis Traunstein, die beim Online-Formularservice mitmachen - das sei eine sehr gute Quote, auch wenn es bedauerlich sei, dass mit Traunreut ausgerechnet die einwohnerstärkste Stadt ausgeschert sei. Auch Tacherting bleibt außen vor und hat sich, wie berichtet, aus finanziellen Gründen nicht am Kauf der Landkreislizenz beteiligt.
"Auch in anderen Landkreisen werden derzeit solche Angebote sondiert, wir liegen mit unserem Schritt zum umfassenden e-Government also im Trend", sagt Franz Novotny, der davon ausgeht, dass in den nächsten Monaten die Kommunen nach und nach ihre Internetseiten mit dem FJD-Formularangebot bestückt haben werden. "Alle 33 Verwaltungen, die an Bord sind, bekommen eine Kennung, können sich dann in dem Pool mit den 800 Formularen anmelden und ihre 50 Wunschformulare auswählen und einstellen." Zudem biete das Paket neben dem Formular-Pool auch einen Formular-Editor und somit die wichtige Möglichkeit, "dass die Gemeinden auch eigene, auf sie zugeschnittene Formulare erstellen und verbessern können", so Novotny. "Es ist also kein statischer, sondern ein dynamischer Prozess, der die Abläufe in der Verwaltungsarbeit erleichtern wird."
Quelle:
